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Angeblicher "Rockefeller" ist Deutscher

Angeblicher "Rockefeller" ist Deutscher

Los Angeles. Das Rätsel um einen mutmaßlichen Hochstapler aus Deutschland, der sich in den USA als Spross der Milliardärsdynastie Rockefeller ausgab, steht möglicherweise kurz vor der Lösung. Ein 48-jähriger Mann, der unter dem Namen "Clark Rockefeller" auftrat, sei als der deutsche Staatsbürger Karl Christian G

Los Angeles. Das Rätsel um einen mutmaßlichen Hochstapler aus Deutschland, der sich in den USA als Spross der Milliardärsdynastie Rockefeller ausgab, steht möglicherweise kurz vor der Lösung. Ein 48-jähriger Mann, der unter dem Namen "Clark Rockefeller" auftrat, sei als der deutsche Staatsbürger Karl Christian G. identifiziert worden, teilte Polizeisprecher Derrick Thompson am Montag (Ortszeit) in Los Angeles mit. G. werde seit mehr als zwei Jahrzehnten gesucht. Er sei, heißt es offiziell, eine "Person von Interesse" im Fall eines Ehepaars, das vor 23 Jahren in Kalifornien auf mysteriöse Weise verschwunden und vermutlich ermordet worden ist. Die Polizei war auf seine Spur gekommen, nachdem G. am 2. August unter dem Verdacht der Kindesentführung im Zusammenhang mit einem Sorgerechtsstreit festgenommen worden war. Den Angaben zufolge hatten sich mehrere Menschen bei der Polizei gemeldet, nachdem Fotos des Verdächtigen in Zeitungsartikeln über den Entführungsfall gesehen hatten. Etwa zehn Leute hätten ihn anhand der Fotos als Karl Christian G. identifiziert, teilte die Polizei mit. Ende Juli hatten sich die Polizei und der Verdächtige ein einwöchiges Katz-und-Maus-Spiel geliefert. Die Polizei nahm ihn in Baltimore fest, der Verdächtige wurde in Boston inhaftiert. Bei der Festnahme war der Polizei zunächst nicht klar, dass sie womöglich den polizeilich gesuchten G. zu fassen bekommen hatte. Die echte Familie Rockefeller hat bestritten, dass "Clark Rockefeller" einer der ihren ist. Der Anwalt des Verdächtigen sagte, sein Mandant habe keine Erinnerung an die Zeit vor 1993. Mit dem Verschwinden des Ehepaars Sohus 1985 in Kalifornien habe er definitiv nichts zu tun. afp/dpa