Amputation nach falscher Diagnose: Kinderarzt muss zahlen

Amputation nach falscher Diagnose: Kinderarzt muss zahlen

Kiel. Wegen einer Fehldiagnose mussten dem heute siebenjährigen Jeremy Beine und Fingerglieder amputiert werden. Das Kieler Landgericht verurteilte am Freitag einen Kinderarzt aus Neumünster grundsätzlich zur Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld, weil er einen groben Behandlungsfehler gemacht habe

Kiel. Wegen einer Fehldiagnose mussten dem heute siebenjährigen Jeremy Beine und Fingerglieder amputiert werden. Das Kieler Landgericht verurteilte am Freitag einen Kinderarzt aus Neumünster grundsätzlich zur Zahlung von Schadensersatz und Schmerzensgeld, weil er einen groben Behandlungsfehler gemacht habe. Die Höhe der Ansprüche müssten in weiteren Verhandlungen ermittelt werden, so das Gericht. Die Familie des Jungen fordert Schadenersatz in Höhe von mindestens einer Million Euro. Der Arzt und dessen Haftpflichtversicherung bestreiten den Kunstfehler.Der Mediziner hatte 2007 bei dem zwei Jahre alten Kind statt einer Gehirnhautentzündung nur einen Magen-Darm-Infekt diagnostiziert. Jerry erlitt daraufhin eine Blutvergiftung und fiel ins Koma, Ärzte kämpften zwei Monate um sein Leben. dpa