Ätzend erfolgreich

New York. Die Simpsons sind eine unmögliche Familie: Der faule Vater Homer, der nichts lieber tut als sich vor dem Fernseher volllaufen zu lassen, nutzt die aufopfernde Liebe seiner Frau Marge gnadenlos aus. Sohn Bart (10) ist ein frühreifer Rotzlöffel, Tochter Lisa (8) eine Klugscheißerin und Maggie (1) hat nichts anderes im Kopf als ihren Schnuller

New York. Die Simpsons sind eine unmögliche Familie: Der faule Vater Homer, der nichts lieber tut als sich vor dem Fernseher volllaufen zu lassen, nutzt die aufopfernde Liebe seiner Frau Marge gnadenlos aus. Sohn Bart (10) ist ein frühreifer Rotzlöffel, Tochter Lisa (8) eine Klugscheißerin und Maggie (1) hat nichts anderes im Kopf als ihren Schnuller.

Dennoch sind "Die Simpsons" weltweit beliebt wie kaum eine andere Familie. Die amerikanische TV-Comicserie ist mit ihrem hintergründigen Humor und ätzenden Spott die erfolgreichste und am längsten laufende Zeichentrickreihe der Welt. Heute feiern die Helden aus dem fiktiven Städtchen Springfield 20.Geburtstag.

Als der Schöpfer der Simpsons, der arbeitslose Comiczeichner und Gelegenheits-chauffeur Matt Groening, Mitte der 80er Jahre den Auftrag für eine Fernseharbeit bekam, sollte er eigentlich nur einen Pausenfüller für eine TV-Show schaffen. Doch seine gelben Figuren mit den großen Glubsch-Augen waren bald so beliebt, dass der Fernsehsender Fox Network ein eigenes Format daraus machte.

Eine Zeichentrickserie für Erwachsene zur besten Sendezeit - das habe es bis zur Premiere am 17. Dezember 1989 nicht gegeben, sagt Produzent Al Jean. In Deutschland startete die Reihe 1991 im ZDF, seit 1994 wird sie auf ProSieben und beim Digitalsender Sat.1 Comedy gezeigt.

Milliardenschwere Familie

Mehr als 2,5 Milliarden Dollar soll der Sender Fox inzwischen mit der Anarcho-Familie verdient haben - die 527 Millionen Dollar aus dem gleichnamigen Kinohit von 2007 noch gar nicht mitgerechnet.

Wissenschaftler versuchen das Erfolgsgeheimnis der Serie zu ergründen, die auf unterschiedliche Weise Kinder wie Erwachsene anzieht. "Unterhalten und untergraben, das ist mein Motto", sagt Groening. Nach diesem Grundsatz nehmen die Macher alles aufs Korn, was der US-Mittelstandsgesellschaft lieb und heilig ist: Die Politiker in Homers Reich sind korrupte Gauner, die Lehrer faule Säcke und sein Chef im Atomkraftwerk ein böser Kapitalist. Autoritäten werden in Frage gestellt, doppelbödige Moral entlarvt.

Der Playboy sieht gelb

In den USA wird der Geburtstag der aufmüpfigen Gelbhäute am 10. Januar mit einer Sondersendung gefeiert, unmittelbar zuvor läuft die 450. Folge als Jubiläumsfilm. Das amerikanische"Playboy"-Magazin hatte die Serie schon im November gewürdigt, als die sonst so bodenständige Mutter Marge mit ihrer blauen Turmfrisur kess das Cover zierte.