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Ärger am Ballermann: Gäste zahlen mehr

Ärger am Ballermann: Gäste zahlen mehr

Mallorca-Gäste müssen seit Juli tiefer in die Tasche greifen und eine Touristen-Steuer zahlen. Ein Erfolg, findet die linke Regionalregierung. Doch viele schimpfen – und wollen die Steuer 2017 kippen.

Auf Mallorca fallen die Temperaturen derzeit abends auf deutlich unter zehn Grad - doch weder das frische Wetter noch die besinnlichen Festtage konnten die erhitzten Gemüter abkühlen. Sechs Monate nach der Einführung einer umstrittenen Touristen-Steuer sorgt die sogenannte "Ecotasa", die "Ökotaxe", auf der Insel weiter für Unruhe. Gegen die Maßnahme der linken Regierung schimpfen vor allem Hotelbesitzer und die konservative Opposition.

José Ramón Bauzá, der die Inseln zwischen 2011 und 2015 regierte, versprach für die Gegner: Er werde sich im Frühjahr zunächst um die Führung der konservativen Volkspartei (PP) bewerben und danach alles tun, um die Ecotasa abzuschaffen.

Ganz vorne in die Front der Kritiker haben sich von Anfang an die Hotelbesitzer eingereiht. 2017 wollen sie die Steuer kippen. Die linke Regierung bestrafe mit der Abgabe ihre wichtigste Industrie, klagt die Chefin des Hotelierverbandes von Mallorca (FEHM), Inmaculada Benito, immer wieder. Der Tourismus sorge auf den Balearen für 40 Prozent der Einnahmen .

Das Hauptargument der Kritiker lautet: Viele empörte Touristen würden künftig vor lauter Ärger oder auch nur aus Prinzip Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera meiden. Wenn man sich aber bei den Besuchern der Balearen umhört, ist kaum Kritik, schon gar nicht Empörung zu vernehmen. Rentner Karl-Heinz (76) aus Stuttgart, der die Festtage mit seiner Frau am Ballermann verbringt, freut sich sogar, "dass man mit dem Geld wohl etwas für die Umwelt tun will".

Ferngeblieben sind die Touristen nach der Einführung der Steuer vorerst nicht - im Gegenteil, es sind noch mehr gekommen: In den ersten neun Monaten des Jahres stieg die Zahl ausländischer Gäste auf den Balearen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,6 Prozent auf die Rekordzahl von 11,5 Millionen. Je nach Art der Herberge werden seit dem 1. Juli pro Person und Nacht bis zu zwei Euro fällig. Mehrwertsteuer nicht eingerechnet. In der Nebensaison wird der Betrag halbiert. Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren sind befreit. Theoretisch müssen auch Urlauber zahlen, die Privatwohnungen oder -Häuser mieten. Tourismusminister Biel Barceló bilanzierte dieser Tage, die Touristen-Steuer, die allein zwischen Juli und Mitte September 32 Millionen Euro in die öffentlichen Kassen der Balearen spülte, sei "ein Erfolg" gewesen. Anfang 2017 werde man über die Nachhaltigkeits-Projekte informieren, die mit den ersten Einnahmen finanziert werden sollen, sagte der 49-Jährige. Vorrang hätten Wasserversorgungs- und Umweltprojekte .

Ein weiteres Problem auf der Insel: der zunehmende Verdruss der Bevölkerung. Im Frühjahr wurde in Palma mit Graffiti wie "Tourists go Home" gegen den Besucheransturm protestiert. Palmas Bürgermeister José Hila: "Wir haben so viele Gäste, dass wir wählerisch sein können. Touristen , die sich eine Woche lang betrinken wollen, brauchen wir nicht."