Änderungen im Überblick Spritpreis, Führerschein, Versicherung – das ändert sich 2024 für Autofahrer

Service · Das Jahr 2024 hält für Autofahrer zahlreiche Neuerungen und Regeländerungen bereit. Von Spritpreisen, über Führerscheine bis zur zur Kfz-Versicherung – hier sind die wichtigsten Änderungen im Überblick.

Änderungen für Autofahrer 2024: Spritpreis, Führerschein, Versicherung
Foto: dpa/Marijan Murat

1. Tanken wird 2024 teurer

Der CO2-Preis für Sprit, Gas und Heizöl soll im Jahr 2024 signifikant erhöht werden. Der Preis pro ausgestoßener Tonne Kohlendioxid steigt von bisherigen 30 Euro auf 45 Euro. Die geplante stärkere Anhebung des CO2-Preises durch die Koalition wird laut ADAC auch Auswirkungen auf die Spritpreise haben. Der Liter Benzin wird sich infolgedessen um 1,4 Cent verteuern. Der Verkehrsclub berichtete, dass sich der Gesamtliterpreis, einschließlich der bereits beschlossenen Anhebung von 2023 auf 2024, um etwa 4,3 Cent erhöhen wird. "Diesel-Fahrer müssen mit zusätzlichen 1,6 Cent im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen rechnen, wodurch sich der Liter Diesel voraussichtlich um rund 4,7 Cent gegenüber 2023 verteuern wird", so eine Sprecherin.

2. Kfz-Versicherung wird teurer

Ab 2024 ändern sich die Typklasseneinstufungen für die Kfz-Versicherung, was rund 13 Millionen Autofahrer betrifft. Über 7,4 Millionen Autofahrer müssen mit höheren Einstufungen rechnen, während 5,4 Millionen von verbesserten Typklassen profitieren. Auch die Regionalklassen erfahren Veränderungen. 5,9 Millionen Versicherungsnehmer profitieren von der neuen Statistik, während 7,1 Millionen in 45 Zulassungsbezirken mit schlechteren Einstufungen rechnen müssen. Dies kann Auswirkungen auf die Kosten für Kasko-Versicherung oder Haftpflicht haben, abhängig von der individuellen Situation der Versicherungsnehmer.

3. Umtausch alter Führerscheine: Stichtag 19.1.2024

Personen, die zwischen 1965 und 1970 geboren sind und noch im Besitz eines rosa oder grauen Führerscheins sind, müssen bis zum 19. Januar 2024 handeln. Bis zu diesem Stichtag müssen sie ihren alten Führerschein gegen einen neuen, fälschungssicheren Scheckkarten-Führerschein umtauschen. Diejenigen, die dieser Aufforderung nicht nachkommen, riskieren ein Verwarngeld von zehn Euro. Zusätzlich müssen sie den umgetauschten Führerschein der Polizei vorlegen, um weitere Bußgelder zu vermeiden.

Der neue Führerschein hat eine Gültigkeitsdauer von 15 Jahren und kostet 25 Euro. Ab dem 19. Januar 2025 betrifft der Umtausch auch diejenigen, die in den Jahren 1971 oder später geboren wurden. Um den Stichtag für den Umtausch leicht zu identifizieren, enthält der neue Führerschein das Ausstellungsdatum auf der Vorderseite unter Punkt 4a. Für Führerscheine, die nach dem 18. Januar 2013 ausgestellt wurden, ist das Ablaufdatum bereits unter Punkt 4b vermerkt.

4. Deutsche Raser könnten leichter zur Kasse gebeten werden

Anfang 2024 wird voraussichtlich der deutsch-schweizerische Polizeivertrag in Kraft treten. Dieser ermöglicht eine erleichterte Vollstreckung von Bußgeldern bei Verkehrsverstößen über die Landesgrenzen hinweg. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist, dass das Bußgeld samt Verfahrenskosten die Bagatellgrenze von 70 Euro in Deutschland bzw. 80 Schweizer Franken in der Schweiz übersteigt. Diese Vereinbarung wird nicht nur den Austausch von Informationen zwischen den Polizeibehörden der beiden Länder verbessern, sondern auch sicherstellen, dass Verkehrssünder nicht einfach straffrei davonkommen können.

5. Umweltbonus: Plötzlicher Förderstopp von E-Autos

Der Umweltbonus für E-Autos wurde überraschend am 17. Dezember eingestellt. Neue Anträge beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) werden seit dem 18. Dezember nicht mehr akzeptiert. Der Umstand ergibt sich aus einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, infolge dessen dem Klima- und Transformationsfonds 60 Milliarden Euro fehlen. Als Konsequenz davon war die Bundesregierung gezwungen, kurzfristige Einsparungen im Bundeshaushalt für das Jahr 2024 vorzunehmen.

Bereits zugesagte Fördergelder bis zu 4500 Euro sollen jedoch ausgezahlt werden, und Anträge vor dem Stichtag sollen weiterhin in der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt werden. Die Möglichkeit, nach Ablauf der Frist einen Antrag zu stellen, besteht nicht.

Es wird erwartet, dass manche Hersteller den staatlichen Teil des Umweltbonus als zusätzlichen Rabatt gewähren könnten. Einige haben dies bereits angekündigt. Es gibt jedoch keine rechtliche Handhabe, den entfallenen staatlichen Anteil einzufordern.

Seit 2016 seien etwa zehn Milliarden Euro im Rahmen des Umweltbonus für etwa 2,1 Millionen Elektrofahrzeuge ausgezahlt worden, teilte das Wirtschafts- und Klimaschutzministerium mit. Das Förderprogramm sei sehr erfolgreich und habe die Elektromobilität entscheidend vorangebracht.

6. TÜV und Winterreifenregelung

Wer eine grüne "TÜV"-Plakette auf dem Kennzeichen hat, muss 2024 zur Hauptuntersuchung nach § 29 der StVZO. Nach erfolgreicher Prüfung wird eine blaue Plakette ausgestellt, und das Fahrzeug muss dann 2026 erneut vorgeführt werden. Neufahrzeuge (Pkw und Wohnmobile bis 3,5 Tonnen) erhalten eine Drei-Jahres-Frist (gelbe Plakette). Bei einer Überziehung der Hauptuntersuchung drohen Bußgelder von 15 Euro bis hin zu 60 Euro und einem Punkt in Flensburg, abhängig von der Dauer der Überziehung.

Ab Oktober 2024 dürfen bei winterlichen Verhältnissen nur noch Winter- und Ganzjahresreifen mit dem "Alpine-Symbol" (Schneeflocke und Berg) gefahren werden. Reifen mit der "M+S"-Kennung, die bereits seit 2018 nicht mehr produziert werden, sind ab diesem Zeitpunkt nicht mehr erlaubt. Reifen, die beide Kennzeichnungen tragen, bleiben weiterhin zugelassen.

7. Kinderreisepass wird abgeschafft

Eine weitere Änderung betrifft Reisen mit Kindern unter zwölf Jahren außerhalb der EU. Hier wird ab Januar 2024 ein herkömmlicher Reisepass mit integriertem Chip erforderlich sein, der alte Kinderreisepass hat ausgedient. Der Preis dafür beträgt 37,50 Euro, und die Gültigkeitsdauer beträgt sechs Jahre. Frühere Kinderreisepässe behalten ihre Gültigkeit, sofern das Ablaufdatum noch nicht erreicht ist. Es ist jedoch zu beachten, dass nicht alle Länder diese Pässe weiterhin akzeptieren.

Für Reisen innerhalb der EU bzw. des Schengen-Raums genügt für Kinder unter 16 Jahren ein Personalausweis, der zum Preis von knapp 23 Euro erhältlich ist. Auch hier beträgt die Gültigkeitsdauer nur sechs Jahre, und eine rechtzeitige Beantragung wird empfohlen, da die Bearbeitungszeit für Reisepässe mehrere Wochen betragen kann.

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