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600 Neuheiten für Spiele-Fans aus aller Welt

600 Neuheiten für Spiele-Fans aus aller Welt

Essen. Eine Katze, die keine Mäuse mag, ein Schaf, das sich nach dem Scheren seiner Nacktheit schämt und ein sexsüchtiger Hase: Bei "Psychopet" müssen die Spieler sich des Seelenlebens von Tieren annehmen. Der Gewinner wird Chefarzt. "Psychopet" ist eine von 600 Neuheiten, die von heute an auf der Spielemesse in Essen präsentiert werden

Essen. Eine Katze, die keine Mäuse mag, ein Schaf, das sich nach dem Scheren seiner Nacktheit schämt und ein sexsüchtiger Hase: Bei "Psychopet" müssen die Spieler sich des Seelenlebens von Tieren annehmen. Der Gewinner wird Chefarzt. "Psychopet" ist eine von 600 Neuheiten, die von heute an auf der Spielemesse in Essen präsentiert werden. Bis Sonntag werden 150 000 Besucher erwartet. Das Angebot der Branche ist riesig: Kartenspiele, Brettspiele, Knobelspiele, Geschicklichkeitsspiele, Glücksspiele, Lernspiele, Partyspiele und Puzzles wetteifern um Käufer und deren Freizeit.

Die Bundesbürger sind verspielt. Knapp 40 Prozent von Deutschlands Familien spielen durchschnittlich ein bis zwei Stunden pro Woche, fand eine Studie heraus. Jede fünfte Familie verbringt sogar drei bis vier Stunden mit Gesellschaftsspielen. "Deutschland ist die Wiege des Gesellschaftsspiels", erklärt Messe-Organisatorin Dominique Metzle. Dieser Wiege gerade entsprungen sind etwa das am besten im Dunkeln zu spielende Geschicklichkeitsspiel "Vampire der Nacht" für Kinder oder das Erwachsenenspiel "Gefährliches Spiel" nach den Krimis von Donna Leon.

Ein Hersteller verspricht das "wahrscheinlich schwierigste Puzzle der Welt": Bei dem dreidimensionalen "36cube" müssen bunte Türme zu einem Würfel zusammengesetzt werden. Auch kleinere Verlage stellen aus: So zeigt der Berliner Ein-Mann-Spielverlag "histogame" seine Neuentwicklung "Maria", bei der es um den österreichischen Erbfolgekrieg geht. "Alle zwei Jahre versuche ich, ein Spiel zu machen", sagt Firmeninhaber Richard Shako. Was ihn daran fasziniere? "Historische Zusammenhänge zu verstehen und spielerisch rüberzubringen." Seine Begeisterung sieht man bereits dem detailreichen Spielplan an, einer großen Landkarte von Mitteleuropa.

Einen größeren Stellenwert nehmen laut Veranstalter diesmal "German Games" ein. Dies seien hochwertige Brettspiele mit geringem Glücksfaktor und großen taktischen Möglichkeiten. Viele Neuheiten gibt es auch bei günstigeren Spielen, die für zehn bis 20 Euro zu haben sind. Damit reagiere die Branche auf den schmaler werdenden Geldbeutel einiger Konsumenten, hieß es.

Im Trend liegen daneben kooperative Spiele, bei denen die Spieler zusammenarbeiten müssen. So muss bei "Pandemie - auf Messers Schneide" die Menschheit vor drohenden Seuchen gerettet werden. dpa

Hintergrund

Das Familienspiel "Dominion" bekommt in diesem Jahr den "Deutschen Spiele Preis". Das Strategiespiel war bereits im Sommer zum "Spiel des Jahres" gekürt worden. dpa