50 Jahre Schabernack

München. Der Meister Eder nannte ihn liebevoll einen "Bazi", seinen frechen Kobold Pumuckl. Mit unzähligen Streichen und lustigen Reimen brachte der kleine Klabauter den Schreinermeister regelmäßig auf die Palme. Dabei verlor der grantelnde Meister Eder nicht nur bisweilen die Nerven, sondern auch sein Herz an den kleinen Kobold - und mit ihm Generationen von Kindern

München. Der Meister Eder nannte ihn liebevoll einen "Bazi", seinen frechen Kobold Pumuckl. Mit unzähligen Streichen und lustigen Reimen brachte der kleine Klabauter den Schreinermeister regelmäßig auf die Palme. Dabei verlor der grantelnde Meister Eder nicht nur bisweilen die Nerven, sondern auch sein Herz an den kleinen Kobold - und mit ihm Generationen von Kindern. Heute wird Pumuckl 50 Jahre alt: Am 21. Februar 1962 sendete der Bayerische Rundfunk zum ersten Mal ein Hörspiel mit dem berühmten Kobold.In "Spuk in der Werkstatt", dem ersten von rund 90 Pumuckl-Hörspielen, bleibt der unsichtbare Klabauter in der Schreinerei an einem Leimtopf kleben. Dadurch wird er sichtbar und zum neuen Hausgeist von Schreinermeister Eder. Es ist der Beginn einer großen Erfolgsgeschichte, deren Episoden aus der Feder von Ellis Kaut stammen. Die heute 91-jährige Münchnerin macht den Pumuckl zu einer "wehleidigen", "pfiffigen", "herzensguten und gleichzeitig wirklich boshaften" Figur. "Ich schreib es eigentlich von der Wirklichkeit ab", erzählte sie in einem Interview. Auch der Name stammte aus einer wahren Begebenheit. So bewarf Kaut ihren Mann einst im Spaß mit Schnee, woraufhin er rief: "Du bist ein rechter Pumuckl!"

Von der ersten Stunde an lieh Hans Clarin dem kleinen Kobold mit den anarchischen Zügen die freche Stimme. Pumuckls erste Worte waren: "Pumuckl neckt, Pumuckl steckt, niemand entdeckt" - ganz nach seinem Motto, "was sich reimt, ist gut". Durch den Pumuckl, sagte der 2005 verstorbene Schauspieler Clarin einmal, sei "die Kindheit freier geworden". Alle Kinder hätten so sein wollen wie der quirlige Geist.

1979 kommt der Kobold mit "Meister Eder und sein Pumuckl" ins Kino. Für den Schauspieler Gustl Bayrhammer ist es die Rolle seines Lebens. In den 80er Jahren steht er für mehr als 50 Folgen einer Pumuckl-Fernsehserie vor der Kamera. Für eine Minute Film müssen damals rund 400 Bilder vom Pumuckl gezeichnet werden. Schallplatten, Bücher, ein Musical - der Geist wird über die Jahre Kult und bis nach Asien bekannt.

Genaues Alter nicht geklärt

Allerdings ist das wahre Alter von Pumuckl nicht ganz geklärt. So behauptet er in der Folge "Pumuckl will Geburtstag haben" von 1970, "genau vor siebzigdreizehn Jahren", also vor 83 Jahren, auf die Welt gekommen zu sein, auf einem Segelschiff während eines großen Sturms. Entsprechend wäre er heute 125 Jahre alt geworden. Auch in der Folge "Pumuckl und der Pudding" erklärt der Kobold, dass er Geburtstag habe und Meister Eder ihm gratulieren müsse.

Die Autorin Kaut hat ihre eigene Sicht auf den Kobold: "Ein Geistwesen ist geschlechtslos", sagte sie damals und erschuf ihren Pumuckl daher eigentlich ohne Alter und folglich ohne Geburtstag.

Diese eigene Sicht sorgte in den vergangenen Jahren zu juristischen Auseinandersetzungen mit der Pumuckl-Zeichnerin Barbara von Johnson. Sie stritten um Urheberrechte und die Frage, ob Pumuckl eine Freundin haben dürfte. Die Autorin unterlag - und die Streitigkeiten hatten ihren Anteil daran, dass Pumuckl heute weit weniger präsent ist als noch vor ein paar Jahren. Die Serie "Pumuckl TV" lief 2007 wegen des Urheberrechtsstreits aus. Einer Pumuckl-Kinderzeitschrift laufen seit Jahren die jungen Leser davon. Der kleine Kobold wird immer unsichtbarer. Nicht, dass er bald ganz verschwindet.

Foto: Steffi Loos/dapd

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 Stets zu einem Streich aufgelegt: Der freche Pumuckl neckt seinen skeptischen Meister Eder. Foto: dpa
Stets zu einem Streich aufgelegt: Der freche Pumuckl neckt seinen skeptischen Meister Eder. Foto: dpa



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