Stadt, Land, Barley - Und: Die besten Schnitzel für Renate Kühnast

Von Woche zu Woche : Stadt, Land . . . Schnitzel

Katarina Barley führt trotz ihres Wechsels nach Europa die Amtsgeschäfte als Justizministerin fort. Darum hat die Kanzlerin die SPD-Frau gebeten, bis ein Nachfolger feststeht. Jedenfalls reiste Barley am Dienstag mit dem Zug nach Brüssel.

Auf ihrer Fahrt erlebte sie etwas Erstaunliches: Hinter ihr spielten Jugendliche tatsächlich noch „Stadt, Land, Fluss“. Toll. Und bei Politiker mit B fiel ausgerechnet der Name „Barley“. Da kann man sich als Genossin schon doppelt freuen.

Die Fraktionsspitzen von Union und SPD gaben sich in dieser Woche arbeitsam wie die Bienchen. Den Auftakt ihrer Klausur machte freilich ein bunter Abend im Berliner Restaurant „Altes Zollhaus“. Dorthin hatte im vergangenen Dezember auch Alt-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) eingeladen – er empfing damals die Minister der ersten rot-grünen Bundesregierung zum 20. Jubiläum. Eine Koalition, die zumindest eine volle Legislaturperiode hielt. Die zweite endete bekanntlich frühzeitig mit Neuwahlen...

Wer von ihren Parteifreunden jetzt versucht, Andrea Nahles zu erreichen, hat ein Problem. Die vom Hof gejagte Ex-Partei und Fraktionschefin der SPD ist abgetaucht, für die meisten nicht mehr erreichbar. Ihre Handynummer soll sie geändert haben. Kann man verstehen nach der Schmach. Und weil in der heimischen Eifel Fotografen lauerten, organisierten Getreue sogar eine Reise für Nahles. Da hat jemand von der Politik die Schnauze aber so richtig voll.

Was war denn das? Renate Künast, einst in Sachen Veggie-Day unterwegs, womit sie den Grünen 2013 den Wahlkampf versaute, startete in dieser Woche bei Twitter einen Aufruf: „Wo gibt es in Berlin eigentlich die besten Schnitzel?“, schrieb die frühere Verbraucherministerin. Das war eine ironische Replik auf FDP-Chef Christian Lindner, der den Grünen unterstellt hatte, sie wollten „das Schnitzel den anderen“ verbieten. Vorschläge von der Schnitzel-Front erhielt Renate Künast übrigens reichlich. Ob sie sie auch nutzt?

Mehr von Saarbrücker Zeitung