Zum Rückzug Oskar Lafontaines von der Spitze der Linkspartei schreibt die "Sächsische Zeitung" (Dresden):

Zum Rückzug Oskar Lafontaines von der Spitze der Linkspartei schreibt die "Sächsische Zeitung" (Dresden):Unzweifelhaft gehört er zu den Politikern, die dereinst im deutschen Geschichtsbuch stehen werden. (. . .) Lafontaine kann begeistern, aber auch zerstören. Die SPD kann mehrere Lieder darüber singen

Zum Rückzug Oskar Lafontaines von der Spitze der Linkspartei schreibt die "Sächsische Zeitung" (Dresden):Unzweifelhaft gehört er zu den Politikern, die dereinst im deutschen Geschichtsbuch stehen werden. (. . .) Lafontaine kann begeistern, aber auch zerstören. Die SPD kann mehrere Lieder darüber singen. Zuletzt aber hat Lafontaine fast im Alleingang die Linkspartei zum gesamtdeutschen Faktor gemacht und - vorerst - etabliert. Unumkehrbar ist dieser Prozess freilich nicht. Die "Westdeutsche Zeitung" (Düsseldorf) meint dazu: Lafontaine wäre nicht Lafontaine, wenn er der Linken gegen Ende seiner Dienstzeit in der Bundespolitik geordnete Verhältnisse hinterlassen hätte. Der Partei bleibt nur noch Gregor Gysi und die politische Heimat im Osten. Diese Partei, das beschreibt Gysi sehr richtig, hätte es ohne Lafontaine so nicht gegeben.Die "Frankfurter Neue Presse" kommentiert: Der charismatische Lafontaine wird der Linkspartei an allen Ecken und Enden fehlen. Ihr meist zweitklassiges Personal wird sie im Westen nicht in der ersten Liga, sprich den Landesparlamenten halten können. Zumal die in vielen Ländern und vor allem im Bund in der Opposition sitzende SPD deutlich nach links rückt und viele Anhänger zurückgewinnen wird.Die "Stuttgarter Nachrichten" schreiben: Ohne Lafontaine entwickeln sich für rot-rot-grüne Bündnisse neue Perspektiven, vielleicht schon im Mai in Nordrhein-Westfalen. Die Prognose, ohne den Saarländer werde die Linkspartei wieder zu einer reinen Ostpartei, ist eher frommes Wunschdenken als belastbare politische Analyse.Die "Berliner Morgenpost" widmet sich den Chancen für die SPD durch Lafontaines Schritt: Die SPD muss erst einmal mit sich selbst ins Reine kommen. Sie hat die Bundestagswahl verloren und ist auf 23 Prozent abgestürzt. Danach hat sich die Partei zwar ein neues Führungspersonal gegeben, inhaltlich ist sie aber noch keinen Schritt weitergekommen. Das merken auch die Wähler (. . .). Es reicht eben nicht, als Oppositionspartei Hartz IV zu kritisieren oder wie die Linke "Raus aus Afghanistan" zu fordern. Bevor also über Rot-Rot im Bund fantasiert wird, sollte die SPD erst einmal an ihrem Profil arbeiten.