Yeah, Yeah, Yeah

Ein halbes Jahrhundert ist es jetzt her, dass ein paar junge Burschen aus Liverpool begannen, in einem schäbigen Hamburger Klub namens "Indra" ihre Songs zu spielen. Nur die Zufallsbesucher der Show auf St

Ein halbes Jahrhundert ist es jetzt her, dass ein paar junge Burschen aus Liverpool begannen, in einem schäbigen Hamburger Klub namens "Indra" ihre Songs zu spielen. Nur die Zufallsbesucher der Show auf St. Pauli kannten damals die Beatles, und kein Mensch hätte jemals ahnen können, dass die später "Fab Four" (fabelhafte Vier) genannten Twens mit ihrer neuen Musik dazu beitragen würden, die Welt zu verändern. Kaum ein anderes kulturelles Ereignis der Nachkriegszeit hat solch tiefgreifende Spuren in den Seelen und Köpfen junger Menschen hinterlassen wie der elektrisierende Sound der Sechziger, der vor allem von den Beatles geprägt wurde. "Yeah, Yeah, Yeah" - die musikalische Explosion, diese Magical Mystery Tour durch verstaubte Konventionen wirkte nach Weltkrieg, Hungerjahren und prüdem Muff wie eine Befreiung. "Ich sprenge alle Ketten", sang passend dazu Ricky Shane, während Bob Dylan oder Joan Baez den Aufbruch der "Halbstarken" mit einer politischen Komponente anreicherten. Es war auch die Musik der Beatles und vieler anderer Gruppen, welche die Jugend animierte, aufzubegehren und sich mit Hippie-Bewegung, Friedens-Demonstrationen ("Give Peace a Chance") und 68er-Revolte auf nachhaltige Weise Luft zu verschaffen.Wie spektakulär die Rhythmen der Beatles waren, zeigt sich an der frappierenden Tatsache, dass die Lieder von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr bis heute aktuell sind - und es wohl auf Dauer bleiben werden. "Sgt. Pepper" oder "Yesterday" sind längst Klassiker geworden, unsterblich wie die Sinfonien der Jahrtausend-Genies Mozart und Beethoven. Die Beatles wurden die ersten echten Popstars der Geschichte, die schon in den 60er Jahren ganze Stadien füllten und bis dato unbekannte Hysterie auslösten. Protagonisten einer neuen Zeit, die auch durch ihren provokanten Habitus jenes Rebellentum verkörperten, das von einer ganzen Generation jugendlicher Fans angenommen wurde und den damaligen Erwachsenen schwer zu schaffen machte. Heute sind die Songs der Beatles globales Kulturgut, das von Kindern bis Senioren auf allen Kontinenten konsumiert wird. Von keiner Gruppe gibt es mehr Cover-Versionen als von den Werken der Jungs aus der Liverpooler Unterschicht, die zu hochdekorierten Helden der Moderne, zu Idolen von Millionen wurden. Der Mord an John Lennon 1980 hat die Legende noch verstärkt und dazu beigetragen, dass aus dem musikalischen Märchen, das dereinst in Hamburg begann, eine unendliche Geschichte wurde. Sie wird noch zahlreiche weitere Generationen faszinieren.