Berliner Notizen: Wurscht und Stützräder

Berliner Notizen : Wurscht und Stützräder

Die Ahle Wurst, auch Ahle Wurscht oder Worscht genannt, ist nicht jedermanns Sache. Traditionell wird sie in Nordhessen hergestellt – und traditionell bekommt Angela Merkel (CDU) sie auf dem Hessenfest in Berlin geschenkt.

So auch am vergangenen Dienstag. Sie esse die Luftgetrocknete auch nach all den Jahren gerne, ließ die Kanzlerin wissen. Dann meinte sie noch: „Ich denke an Hessen immer in den besten Tönen.“ Wie immer das auch geht.

Weil Heiko Maas (SPD), neuerdings mit Dreitagebart, am Mittwochabend pünktlich zu einer Podiumsdiskussion in Berlin erschienen war, wurde er gefragt, wie er das trotz seiner vielfältigen Aufgaben denn geschafft habe. Die trockene Antwort des Saarländers: „Mit dem Auto. Nicht mit dem Flugzeug.“ Bekanntlich leidet der Außenminister besonders unter den häufigen Pannen der Regierungsflieger. Sie fliegen, sie fliegen nicht, sie fliegen…

Peter Altmaier sollte bei der gleichen Veranstaltung – es ging um Mobilität – mal seine Vision loswerden, wie er denn in 15 Jahren zur Arbeit kommen werde. Der bald 61-jährige CDU-Politiker erklärte, er hoffe, dann nicht mehr arbeiten zu müssen. Und weiter mit dem Rad fahren zu können. „Hoffentlich ohne Stützräder.“ Altmaier bewegt sich tatsächlich häufig ganz öko per Drahtesel durch die deutsche Hauptstadt, was ihm eine Behändigkeit verleiht, die man dem Schwergewicht sonst so gar nicht ansieht…

Christian Lindner wird zwei Sätze nicht mehr los – den mit den Profis, denen die Schüler den Klimaschutz überlassen sollen. Und den zum FDP-Ausstieg aus Jamaika: Es sei besser, nicht zu regieren als schlecht, hatte der Chef der Liberalen gesagt. Nun kann man in diesen Tagen überlegen, ob der Satz nicht auch von der großen Koalition beherzigt werden sollte. Unionsmann Michael Grosse-Brömer meinte dazu: „Wir sind der Auffassung, dass es besser ist, wir regieren, bevor andere regieren.“ Bleibt nur die Frage, wie lange noch.

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