Verbot wäre kontraproduktiv

BeschneidungVerbot wäre kontraproduktivZur Leserbrief-Seite "Religiöse Traditionen" (SZ vom 28./29. Juli) So viele Leserbriefe gegen Beschneidung? Sicher wissen diese Leute nicht, dass 55 Prozent der Amerikaner beschnitten sind, auch Nicht-Muslime und Nicht-Juden. Ein Verbot ist das Letzte, was den Jungen hilft: Dann gibt es mehr Schmerzen und mehr Kunstfehler

Beschneidung

Verbot wäre kontraproduktiv

Zur Leserbrief-Seite "Religiöse Traditionen" (SZ vom 28./29. Juli)

So viele Leserbriefe gegen Beschneidung? Sicher wissen diese Leute nicht, dass 55 Prozent der Amerikaner beschnitten sind, auch Nicht-Muslime und Nicht-Juden. Ein Verbot ist das Letzte, was den Jungen hilft: Dann gibt es mehr Schmerzen und mehr Kunstfehler. Auch Vorhautverengung ist unangenehm - bis sie behoben ist. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO wird Beschneidung als vorbeugende Maßnahme gegen HIV-Infektionen durch heterosexuelle Kontakte in Hochrisikogebieten empfohlen. Und was nützt eine Konfrontation der Religionen? Wollen wir Zündlern und Hetzpredigern noch Munition liefern? Ich hoffe, im Bundestag sitzt mehr Vernunft.

Hilde Marie Hartmann,

Saarbrücken

Wahlalter

Geheimberatungen sind nicht förderlich

Zum Artikel "Neuer Anlauf für Wahlrecht ab 16" (26. Juli)

Ob man nur Stimmen erhaschen will, die Jugend schlecht auf das Politische vorbereitet ist oder ob die parallele Herabsetzung der Strafmündigkeit nicht vorhanden ist: Ja und Nein sind von linker und rechter Scheinheiligkeit geprägt. Sogar dem volljährigen Bürger wird mehr direkte Beteiligung verweigert. Weiterer Beweis für den schleichenden Abkehrprozess von der Politik liefert das saarländische Kommunalrecht, das Nichtöffentlichkeit beratender Ausschüsse vorschreibt. Wie reagiert wohl der 16-jährige Neuwähler, wenn er vorwiegend mit Geheimberatungen seiner Gemeinde- oder Stadtväter erzogen wird? Dann bleibe doch alles, wie es ist: Halten wir sie weiter dumm, ob ab dem Alter von 16 oder 18 Jahren.

Werner Schmitt, Völklingen