Saar vor neuem Strukturwandel

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Bergbau ist eingestellt, die Stahlbranche kriselt und auch über der Autoindustrie hängen dunkle Wolken. Für das Saarland steht der nächste große Strukturwandel an.

Der VW-Skandal und seine Folgen haben den ohnehin großen Druck auf Zulieferer weiter erhöht. Noch gewaltiger dürften aber die Herausforderungen durch die Digitalisierung werden. Hier geht es nicht nur um bisher kaum nachgefragte Elektroautos. Vor deren Durchbruch werden sicher vernetzte Fahrzeuge, automatisiertes Fahren oder intelligente Mobilitätslösungen schneller vorankommen. Im Gegensatz zu den immer noch teuren und immer noch unpraktischen Elektroautos bietet die Vernetzung von Fahrzeugen mit dem Internet erlebbare Vorteile bei Unterhaltung, Navigation und lokalisiertem Service zu überschaubaren Kosten. Das autonome Fahren hat gerade mit Blick auf sichere Mobilität im Alter eine große Attraktivität. Und Mobilitätskonzepte, die den Besitz eines Fahrzeuges überflüssig machen, kommen bereits heute bei vielen jüngeren Nutzern in deutschen Großstädten sehr gut an. Mehr ist möglich. Das Verhältnis vieler Deutscher zu Autos ändert sich gerade. Hier liegen für einen Wirtschaftsstandort wie das Saarland viele Chancen, aber eben auch Risiken. Dies zeigen die aktuellen Diskussionen um die Zukunft von ZF in Saarbrücken oder die von Bosch in Homburg. Die Branche ist im Umbruch. Nur Standorte mit starker Forschung und hoch qualifizierten Mitarbeitern werden in der Industrie 4.0 mit Arbeit 4.0 bestehen. Unternehmen, Gewerkschaften und die Politik müssen Arbeitnehmer mehr als bisher auf diese Entwicklungen vorbereiten.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende