Zum negativen Urteil des Kölner Kardinals Meisner über die Parteien - insbesondere die Union - schreibt die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" aus Essen: Warum nervt die Kirche? Dafür gibt es mindestens zwei Gründe. Erstens: Weil sie muss. Sie erinnert ein

Zum negativen Urteil des Kölner Kardinals Meisner über die Parteien - insbesondere die Union - schreibt die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" aus Essen: Warum nervt die Kirche? Dafür gibt es mindestens zwei Gründe. Erstens: Weil sie muss. Sie erinnert ein

Zum negativen Urteil des Kölner Kardinals Meisner über die Parteien - insbesondere die Union - schreibt die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" aus Essen: Warum nervt die Kirche? Dafür gibt es mindestens zwei Gründe. Erstens: Weil sie muss. Sie erinnert eine moralvergessene Gesellschaft an ihre Werte. (..

Zum negativen Urteil des Kölner Kardinals Meisner über die Parteien - insbesondere die Union - schreibt die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" aus Essen: Warum nervt die Kirche? Dafür gibt es mindestens zwei Gründe. Erstens: Weil sie muss. Sie erinnert eine moralvergessene Gesellschaft an ihre Werte. (...) Sie nervt im positiven Sinne, wenn sie eine zuweilen blind vorwärts stürmende Gesellschaft zum Innehalten und Nachdenken mahnt. Sie nervt aber zweitens, weil zumindest einige ihrer Würdenträger ein Problem mit der Freiheit haben - und mit der Demokratie. Damit wären wir bei Kardinal Meisner. (...) Wenn er keine politische Partei, nicht einmal mehr die mit dem "C", aus Katholikensicht für wählbar hält, spricht daraus eine gefährliche Geringschätzung der Demokratie. Ähnlich sieht es die in Köln erscheinende Zeitung "Express": Es ist wie so oft bei Meisner: Wenn es um seine Überzeugungen geht, die tief im katholischen Glauben verwurzelt sind, holt er gleich den Bannstrahl raus und lässt es wie ein knallharter Panzer-Kardinal donnern. Dabei dürfte auch ihm nicht entgangen sein, dass Parteien mit dem C im Namen und ihre Abgeordneten keine Zweigstellen oder gar Weisungsempfänger der katholischen Kirche sind. In der Politik geht es nicht ohne Kompromisse. Das Klimaschutzpaket der Regierung geht der "Neuen Presse" (Hannover) nicht weit genug: In anderen europäischen Ländern hat man keine Probleme, die Spritsünder richtig zur Kasse zu bitten. So zahlt man für den Porsche Cayenne (CO-Ausstoß: 358 Gramm) in Norwegen eine Zulassungssteuer von 53000 Euro, in den Niederlanden wird der Geländewagen durch Luxus- und Kfz-Steuer um 38000 Euro teurer, in Finnland gibt es eine "Strafsteuer" von 26000 Euro. Da könnte sich Gabriel glatt was abgucken. Die "Stuttgarter Zeitung" meint: Trotzdem beantwortet sich die Frage ganz einfach, ob das Glas nun halb voll oder halb leer ist: Es ist halb leer - nicht nur, weil die Ökologisierung der Kraftfahrzeugsteuer noch auf sich warten lässt und die Landwirtschaft bisher ganz ausgeklammert ist, sondern vor allem, weil die Auflagen für Autos und Gebäude zu lasch sind. Da kommt noch mehr auf die Bürger zu. Allerdings: Halb voll ist das Glas auch. Die Ziele der Regierung sind ambitioniert. Die Umsetzung wird ehrgeiziger als sonstwo vorangetrieben.