Presseschau : Presseschau

Die „Times“ schreibt zu den britischen Plänen, Diesel- und Benzinautos ab 2040 zu verbieten:

Die „Times“ schreibt zu den britischen Plänen, Diesel- und Benzinautos ab 2040 zu verbieten:

Großbritannien ist dem Club jener Nationen beigetreten, die den Verbrennungsmotor bis zu einem konkreten Zeitpunkt aus neuen Autos verbannen wollen – das kommt keine Minute zu früh. Doch zugleich ist das Jahr 2040 nicht früh genug. Benzin- und Dieselmotoren halten das Land im wahrsten Sinne des Wortes in Bewegung. Das Ausmaß der Aufgabe, sie zu ersetzen, sollte nicht unterschätzt werden. Die Technologie dafür ist vorhanden. Sie rascher einzuführen würde Abhilfe für die jetzige Situation schaffen, wo in 38 von 43 Regionen, in denen die Luftqualität gemessen wird, die Konzentrationen an Schadstoffen über den zulässigen Werten liegen.

Zur Image-Krise deutscher Autobauer meint die „Stuttgarter Zeitung“:

Auf einmal findet sich niemand mehr, der sich vor diese Industrie stellt – rückhaltlose und schnelle Aufklärung zu fordern ist heute das Mindeste. Eine ganze Branche wird an den Rand der Legalität geredet, fast so, wie es die Tabakbranche seit Langem kennt. Dass die Konzerne durch eigenes Verschulden in diese Lage geraten sind, steht außer Frage. Gleichwohl wird es Zeit nachzudenken: Wollen wir eine große, eigene Industrie behalten, oder begnügen wir uns damit, eines Tages im Elektroautos aus China zu importieren, so wie jetzt schon Solarpaneele?

Der Berliner „Tagesspiegel“ meint zum Bürgerkrieg im Jemen:

Da mögen die Hilfsorganisationen Alarm schlagen, so viel sie können, und warnen, dass im Jemen Millionen Menschenleben bedroht sind – es bleibt folgenlos. Das Völkerrecht wird in diesem Konflikt massiv mit Füßen getreten, auch von den aufständischen Huthi-Milizen. Dass die Menschen hungern, kümmert die Mächtigen wenig, auch die sich ausbreitende Cholera ist ihnen offenbar egal. 7000 Infizierte pro Tag – unvorstellbar. Wo bleibt der Aufschrei der sogenannten Staatengemeinschaft? Schandhafterweise nicht zu hören. Ist ja auch weit weg, dieser kleine Jemen, oder?

Die „Braunschweiger Zeitung“ bewertet das Urteil gegen den deutschen Salafistenprediger Sven Lau:

Dass die Justiz mit dem Urteil einen Warnschuss in Richtung der gewaltbereiten, islamistischen Szene abgeben wollte, ist möglich. Urteile dürfen auch so einen Charakter haben. Jedes Urteil dieser Art tut allerdings auch weh. Nicht, weil es nicht gerecht ist, sondern, weil es das Versagen des Staates offenbart. Wer sich als deutscher Staatsbürger zur „Sharia“ bekennt, dem ist das hohe Gut der Demokratie nie vermittelt worden. Hier zeigt sich ein Versäumnis der Gesellschaft.