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Die „Süddeutsche Zeitung“ kommentiert die Kartell-Vorwürfe gegen die deutsche Auto-Industrie:

Die „Süddeutsche Zeitung“ kommentiert die Kartell-Vorwürfe gegen die deutsche Auto-Industrie:

Seit vor zwei Jahren die Dieselaffäre bei VW explodierte, sind Glaubwürdigkeit und Image der Autobranche schwer angekratzt. Inzwischen aber geht es um die grundsätzliche Frage: Stehen die Unternehmen eigentlich für das, was sie seit Jahrzehnten über sich erzählen? Oder haben sie in all den Jahren nur eine Scheinwelt aufgebaut? War alles nur eine perfekt inszenierte Marketing-Show? Diese Frage muss die Industrie schnell beantworten. Je mehr Zeit sie sich lässt, desto schlimmer wird die Sache ausgehen.

Die „Welt“ aus Berlin schreibt zum selben Thema:

Jetzt ist klar, dass die Dieselaffäre nur ein kleines Vorspiel zu einem viel größeren Skandal war. Jahrzehntelang haben sich deutsche Autobauer abgesprochen: Preise, Lieferanten, technische Lösungen – alles abgekartet. Damit bringen sie sich selbst in Gefahr. Nur weil Deutschland seit mehr als 100 Jahren führend im Automobilbau ist, muss das nicht so bleiben. Für das Land sind dies schlechte Nachrichten. Wer sich nun schützend vor die Verantwortlichen für das Kartell und den Abgasbetrug stellt, macht einen Fehler. Der Skandal muss vollständig aufgeklärt werden.

Der Berliner „Tagesspiegel“ meint zu den Ausschreitungen am Tempelberg in Jerusalem:

Sicherheitsexperten, wohlgemerkt israelische, haben Premier Benjamin Netanjahu eindringlich gewarnt: Detektoren sind überflüssig, sie eskalieren die Lage nur. Und richtig, Deeskalation wäre nötiger denn je. Denn wird diese Spirale der Gewalt nicht schnell gestoppt, rast die nächste Intifada auf den Nahen Osten zu. Da wünscht man sich doch inständig, dass wir Menschen endlich klüger und friedfertiger werden. Wenn es einen Gott gibt, dann ist er einer des Dialogs.

Der Tempelberg-Konflikt beschäftigt auch die internationale Presse. Die „Dernières Nouvelles d‘Alsace“ aus Straßburg schreiben dazu:

Die internationale Staatengemeinschaft muss sich wieder mit dem Thema befassen. Der Rückzug der Regierung Obamas, das nahezu komplette Desinteresse seines Nachfolgers an dem Thema und die Schwäche der Europäischen Union haben dazu beigetragen, dass sich die Lage verschlimmert. Die Welt kann nicht zulassen, dass sich Israels extreme Rechte, die Hamas und der islamistische Dschihad gegenüberstehen, nur mit Benjamin Netanjahu und Mahmud Abbas als Vermittler. Wenn die Diplomatie noch einen Sinn hat – und den hat sie – dann ist jetzt der Moment gekommen, das zu beweisen.

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