Presseschau

Das neue Internet-Portal zum Thema Lebensmittelkennzeichnung findet Anklang bei der "Neuen Presse" aus Hannover: Wenn die Lebensmittelindustrie empört ist, muss etwas Richtiges passiert sein. Das neue Verbraucherportal im Internet zu Klarheit und Wahrheit in der Produktwerbung scheint einen empfindlichen Nerv der Konzerne getroffen zu haben

Das neue Internet-Portal zum Thema Lebensmittelkennzeichnung findet Anklang bei der "Neuen Presse" aus Hannover: Wenn die Lebensmittelindustrie empört ist, muss etwas Richtiges passiert sein. Das neue Verbraucherportal im Internet zu Klarheit und Wahrheit in der Produktwerbung scheint einen empfindlichen Nerv der Konzerne getroffen zu haben. Dabei müssen eigentlich nur die Hersteller um ihren Ruf fürchten, die mit unsauberen Methoden arbeiten. Aber vielleicht gibt es davon mehr als man denkt? Auch die in Ludwigshafen erscheinende "Rheinpfalz" meint: Unverschämt ist es . . ., wenn die Ernährungsindustrie meint, es sei nicht tragbar, hier Marken, Hersteller und Händler zu nennen, weil dann deren Geschäft wegbrechen könnte. Das sei ein Pranger für Waren, die rechtlich in Ordnung seien. Als ob Lebensmittelhersteller bei all ihrer Marktforschung nicht wüssten, dass sich Schweinefleischwurst besser verkauft, wenn Kalbsfleischwurst drauf steht. Märkte brauchen Transparenz, sonst funktionieren sie nicht. Uns Konsumenten sollte dieser moderne Pranger höchst willkommen sein. Der "Financial Times Deutschland" dagegen reicht das neue Internet-Forum nicht aus: Dass Firmen ihre Waren äußerst kreativ benennen, kann man ihnen nicht einmal vorwerfen. Die Gesetze erlauben es ihnen. Allzu viel erwarten darf man sich von dem neuen Portal daher nicht. Es gibt schließlich bereits Informationsportale zu Verbraucherthemen. Und auch sie haben es kaum geschafft, den nötigen öffentlichen Druck aufzubauen, um klarere Produktkennzeichnungen zu erreichen. (. . .) Wer wirklich Klarheit und Transparenz will, muss diese Ziele dort umsetzen, wo tatsächlich Kaufentscheidungen beeinflusst werden: Auf den Verkaufsverpackungen selbst. Die "Schwäbische Zeitung" aus Leutkirch leitet den Blick vom aktuellen Murdoch-Skandal in Großbritannien auf das Gebaren von US-Medien des Konzerns: Dort gilt der Murdoch-Sender Fox als rechtsreaktionärer Verdreher politischer Wahrheiten. Ginge es nach Fox, würden die Amerikaner noch heute die nicht existierenden Massen-Vernichtungswaffen von Saddam Hussein im Irak suchen. Dank der aggressiven Fox-Propaganda konnte Ex-Präsident George W. Bush unbeschwert den Golfkrieg führen und dabei die Weltöffentlichkeit belügen.