Presseschau

Die "Stuttgarter Zeitung" fordert angesichts der Nachrichten aus Italien weitreichende Konsequenzen aus der Schuldenkrise für die Euro-Staaten:Gemeinschaftlich getragene Schulden sind die finale Antwort darauf. Ein Aufkauf griechischer Schuldscheine mit einem Abschlag böte zudem den direkten Einstieg in eine Umschuldung Griechenlands

Die "Stuttgarter Zeitung" fordert angesichts der Nachrichten aus Italien weitreichende Konsequenzen aus der Schuldenkrise für die Euro-Staaten:Gemeinschaftlich getragene Schulden sind die finale Antwort darauf. Ein Aufkauf griechischer Schuldscheine mit einem Abschlag böte zudem den direkten Einstieg in eine Umschuldung Griechenlands. So zeichnet sich ab, dass die Eurozone nach dieser Krise entweder zerfällt oder ultimativ zusammenrückt.

Der "Kölner Stadt-Anzeiger" denkt mit Blick auf die Zukunft des Euros in dieselbe Richtung:

Der Euro macht alle Länder verletzlich, da er für sie eine Fremdwährung bleibt, die weder Deutschland noch Italien herausgeben kann. Deshalb ist es höchste Zeit, eine gemeinsame Schuld zu schaffen, gemeinsam füreinander zu haften. Das geht am geschicktesten durch die Euro-Anleihe. Sie würde der Welt, den Investoren und Spekulanten signalisieren, dass Euroland nicht zu zerstören ist.

"Der Tagesspiegel" kritisiert die Entscheidung, Russlands Präsident Wladimir Putin den Quadriga-Preis zuzuerkennen:

Der Friedensnobelpreis an Arafat ließ sich als Ermutigung verstehen oder als Unterstützung, der an Obama als Hypothek - aber wie ist die Quadriga für Putin zu sehen? Was ist der tiefere Sinn? Die Quadriga ehre Persönlichkeiten, deren Handeln auf Werten beruht, sagt der Verein. Für welche Werte steht Putin? Nichts dazu in der Erklärung.

Die "Badischen Neuesten Nachrichten" (Karlsruhe) meinen zu der Wahl Putins:

Doch das Quadriga-Kuratorium hat Putin auserkoren und verweist auf seine Verdienste um die deutsch-russischen Beziehungen. Der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir wollte da nicht mitmachen und verließ das Kuratorium. Kompliment für diese Entscheidung. In dem Netzwerk zwischen Politik und Wirtschaft, das sich hinter dem Preisverleiher "Netzwerk Quadriga" verbirgt, ist offenbar das Gespür für das, was Werte sind, verloren gegangen.

Die "Rhein-Neckar-Zeitung" (Heidelberg) resümiert:

Einen Gefallen haben sich die Kuratoren nicht getan. Und dem Preis erst Recht nicht. Denn damit rückt er in die Kategorie der Preise auf, die im Grunde keine Bedeutung haben. Und genau darin besteht die Entwertung des Preises durch Putin.