Glosse : Nur mal kurz Mails checken

Urlaub hieß früher, nicht mehr an die Arbeit zu denken. Doch das war harte Arbeit und damit auch rückständig. Unter den modernen Arbeitnehmern schaut daher jeder Zehnte im Urlaub in seine dienstlichen Mails, ergab eine Emnid-Umfrage. Das ist vermutlich klug, verhindert es doch die gefährliche „Mir-ist-alles-egal“-Stimmung, in früheren Zeiten Erholung genannt. Diese führt nämlich dazu, dass manche nach dem Urlaub ihr Kennwort zum Einloggen gar nicht mehr wissen. Oder vom Büroklatsch so abgehängt sind, dass ihre Gedanken beim Lästern abschweifen und an den Strand zurückwandern. Das darf nicht sein!

Außerdem dient das ständige Checken der dienstlichen Mails ja auch der Vergewisserung, dass der Urlauber noch bei seinem Arbeitgeber angestellt ist und in den wichtigsten Mail-Verteilern noch vorkommt. Auch das Überquellen des Postfachs wird oft nur durch ständiges Löschen der Nachrichten von zu Hause aus verhindert. Und besonders hilfreich ist es, wenn der Arbeitnehmer am Urlaubsort seine eigene Abwesenheitsnotiz empfängt. Sonst hätte er vielleicht gar nicht gemerkt, dass er überhaupt weg ist.