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Die deutsche Schadenersatzklage gegen VW kommentiert die "Hannoversche Allgemeine Zeitung ": Die komplette Wertschöpfungskette der Klageindustrie ist angetreten, um verärgerten Kunden zu ihrem Recht zu verhelfen - und sich selbst eine goldene Nase zu verdienen. Bleibt die Frage nach den Erfolgsaussichten. (.) Die Klä ger haben gleich zwei Probleme: Es fällt ihnen schwer, einen Schaden nachzuweisen - schließlich dürfen die Autos weiter auf die Straße, und ihr Wertverlust am Gebrauchtwagenmarkt ist marginal bis nicht vorhanden. Hinzu kommt ein für den Kunden wenig aufwendiger Rückruf, der zudem weitgehend reibungslos läuft. Die Prozessprofis sind eine Wette mit hohem Risiko eingegangen. Die Lüneburger "Landeszeitung" merkt zu der Klage an: VW hat im Zuge des Abgas-Skandals in den USA Milliarden Euro locker gemacht . . . Gleichzeitig hat der Konzern für die Kunden auf dem Heimatmarkt nur kostenlose Nach- und Umrüstungen übrig. Den Anwälten dürfte es aber weniger um Gerechtigkeit gehen, sondern um den Export ihres lukrativen Geschäftsmodells Sammelklagen . Sollte es einen Dammbruch geben, wäre VW dem Untergang geweiht. Mit dem neuen Ernährungsreport beschäftigt sich die "Freie Presse" aus Chemnitz: Dass ein Schwein nicht nur aus Nackensteaks und Lende besteht und eine gute Brühe nicht in zehn Minuten fertig sein kann, wird ausgeblendet. Klar, es gibt auch hier eine kleine, feine Gegenbewegung; Leute, die sich wieder Zeit nehmen zum Kochen, auf Herkunft und komplette Verwertung der Produkte achten und sich für deren Erzeugung interessieren. Freilich: So tickt nicht die Masse. Aber auch hier gilt: Veränderungen brauchen Zeit, und letztlich fängt alles im Kleinen an. Und die "Nordsee-Zeitung " (Bremerhaven) merkt dazu an: Wer seinem Essen nicht Aufmerksamkeit zubilligt, billigt sie sich selbst auch nicht zu. Am Ende kommt dabei der gehetzte Mensch heraus, der statt Frühstück daheim den überteuerten Kaffee-to-go mit dem Brötchen im Laufschritt verputzt, der Familienmensch, der die kostbare Zeit des Zusammenseins bei Tisch verschenkt, weil er weder gemeinsam Essen zubereitet noch sich die Zeit für gemeinsamen Genuss nimmt. Gutes Essen hält Leib und Seele zusammen, schlechtes Essen hingegen treibt den Leib auseinander und lässt die Seele allein zurück.

Die deutsche Schadenersatzklage gegen VW kommentiert die "Hannoversche Allgemeine Zeitung ": Die komplette Wertschöpfungskette der Klageindustrie ist angetreten, um verärgerten Kunden zu ihrem Recht zu verhelfen - und sich selbst eine goldene Nase zu verdienen. Bleibt die Frage nach den Erfolgsaussichten. (.) Die Klä ger haben gleich zwei Probleme: Es fällt ihnen schwer, einen Schaden nachzuweisen - schließlich dürfen die Autos weiter auf die Straße, und ihr Wertverlust am Gebrauchtwagenmarkt ist marginal bis nicht vorhanden. Hinzu kommt ein für den Kunden wenig aufwendiger Rückruf, der zudem weitgehend reibungslos läuft. Die Prozessprofis sind eine Wette mit hohem Risiko eingegangen. Die Lüneburger "Landeszeitung" merkt zu der Klage an: VW hat im Zuge des Abgas-Skandals in den USA Milliarden Euro locker gemacht . . . Gleichzeitig hat der Konzern für die Kunden auf dem Heimatmarkt nur kostenlose Nach- und Umrüstungen übrig. Den Anwälten dürfte es aber weniger um Gerechtigkeit gehen, sondern um den Export ihres lukrativen Geschäftsmodells Sammelklagen . Sollte es einen Dammbruch geben, wäre VW dem Untergang geweiht. Mit dem neuen Ernährungsreport beschäftigt sich die "Freie Presse" aus Chemnitz: Dass ein Schwein nicht nur aus Nackensteaks und Lende besteht und eine gute Brühe nicht in zehn Minuten fertig sein kann, wird ausgeblendet. Klar, es gibt auch hier eine kleine, feine Gegenbewegung; Leute, die sich wieder Zeit nehmen zum Kochen, auf Herkunft und komplette Verwertung der Produkte achten und sich für deren Erzeugung interessieren. Freilich: So tickt nicht die Masse. Aber auch hier gilt: Veränderungen brauchen Zeit, und letztlich fängt alles im Kleinen an. Und die "Nordsee-Zeitung " (Bremerhaven) merkt dazu an: Wer seinem Essen nicht Aufmerksamkeit zubilligt, billigt sie sich selbst auch nicht zu. Am Ende kommt dabei der gehetzte Mensch heraus, der statt Frühstück daheim den überteuerten Kaffee-to-go mit dem Brötchen im Laufschritt verputzt, der Familienmensch, der die kostbare Zeit des Zusammenseins bei Tisch verschenkt, weil er weder gemeinsam Essen zubereitet noch sich die Zeit für gemeinsamen Genuss nimmt. Gutes Essen hält Leib und Seele zusammen, schlechtes Essen hingegen treibt den Leib auseinander und lässt die Seele allein zurück.

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