Kaffeekultur? Zum Weglaufen!

Meinung: Kaffeekultur? Zum Weglaufen!

Meinung:

Kaffeekultur? Zum Weglaufen!

Von Dietmar Klostermann

Deutschland galt lange als Land mit ausgeprägter Kaffeekultur, von der nicht nur die gediegenen Kaffeehäuser zeugten. Literaten, Glücksspieler und andere Lebemänner vertrieben sich hier mit hitzigen Debatten die Zeit bis zum Abend. Damenkränzchen, deren Teilnehmerinnen nie ihre formidablen Hüte absetzten, erfreuten sich dort an Schwarzwälder-Kirsch-Torten und am Canasta-Spiel. Auch im trauten Heim zeugte Kaffeetrinken vom gehobenen Lebensstil. Für das Heißgetränk wurde handgemahlenes Pulver in die Kanne gefüllt und aufgegossen. In Sammeltassen gegossen bildete sich ein Bodensatz, aus dem gelesen wurde.

Doch die heutige Zeit hat mit dem "Coffee to go" ein Produkt zum Weglaufen hervorgebracht. Die Deutsche Umwelthilfe hat errechnet, dass in Deutschland jährlich 2,8 Milliarden "Coffee to go"-Becher im Müll landen, exakt 28 000 Tonnen. Die Kaffee-Nation ist am Ende. Wir müssen wohl Eistee trinken - den es in Pfandflaschen gibt.