1. Nachrichten
  2. Meinung
  3. Standpunkt

Mit der Entwicklung der internationalen Bankenkrise beschäftigt sich der Kommentar der Frankfurter "Börsenzeitung": Dass Island so in die Grütze geriet, kann niemanden verwundern. Der kleinen Insel im Nordatlantik war dies seit Monaten prophezeit worden.

Mit der Entwicklung der internationalen Bankenkrise beschäftigt sich der Kommentar der Frankfurter "Börsenzeitung": Dass Island so in die Grütze geriet, kann niemanden verwundern. Der kleinen Insel im Nordatlantik war dies seit Monaten prophezeit worden.

Mit der Entwicklung der internationalen Bankenkrise beschäftigt sich der Kommentar der Frankfurter "Börsenzeitung": Dass Island so in die Grütze geriet, kann niemanden verwundern. Der kleinen Insel im Nordatlantik war dies seit Monaten prophezeit worden. Die 300000 Isländer hatten sich vorgenommen, Luxemburg oder Irland Konkurrenz zu machen

Mit der Entwicklung der internationalen Bankenkrise beschäftigt sich der Kommentar der Frankfurter "Börsenzeitung": Dass Island so in die Grütze geriet, kann niemanden verwundern. Der kleinen Insel im Nordatlantik war dies seit Monaten prophezeit worden. Die 300000 Isländer hatten sich vorgenommen, Luxemburg oder Irland Konkurrenz zu machen. Der Bankenapparat des Landes wuchs in den vergangenen Jahren krebsartig an. Wer in diesen Zeiten wachsen will, muss aber höhere Risiken akzeptieren. Die "Financial Times Deutschland" sieht es ähnlich: Da die isländischen Schulden zu großen Teilen auf Euro und Dollar lauten, kann die Notenbank für ihre Tilgung auch nicht einfach Kronen drucken. Die Europäer teilen mit dem Inselstaat zwar nicht das Problem einer vom Kollaps bedrohten Währung; geldpolitisch können die Nationalstaaten dennoch nicht frei agieren. Als Retter für Banken in Not könnte nur die Europäische Zentralbank einspringen. Da hinter der EZB kein einzelnes Finanzministerium steht, müssten sich die Staaten der Euro-Zone über eine Lastenverteilung verständigen. Europa kann sich sein chaotisches Krisenmanagement nicht länger leisten. Die "Neue Osnabrücker Zeitung" verbreitet bereits Hoffnung:Der prototypische Verlauf, wie er derzeit erkennbar ist, lässt dramatische Folgen vermuten. Aber: Seit er nicht mehr verschleiert und verharmlost wird, hat genau dieser Verlauf einen entscheidenden Vorteil. Man kennt ihn, kennt seine Mechanismen, die potenziellen Wirkungen, und man kennt erfolgversprechende Gegenmittel. Trotz unbestreitbarer Risiken ist die Krise also womöglich besser beherrschbar und damit früher vorbei, als es derzeit scheint. Und die "Süddeutsche Zeitung" beschreibt ein gesellschaftliches Phänomen als Folge der Krise: Für Politiker jedweder Couleur hat die Finanzkrise zumindest ein Gutes: Sie gelten nicht mehr als Deutschlands gierigste, ahnungsloseste und intriganteste Berufsgruppe. Jetzt haben sich, dank der Kollegen aus dem Bank- und Kreditgewerbe, endgültig die Spitzenmanager als jene Kaste etabliert, die von den Menschen am meisten verhöhnt und abgelehnt wird. Es ist nicht so, dass "die" Politiker im Ansehen gestiegen wären. Sie wurden aber von der Wirtschaftselite auf deren Weg nach unten überholt.