Heißes Pflaster Saarland

Das Saarland ist klein, die Frau hier grammatisch eine Sache, der Name der Ministerpräsidentin ein Zungenbrecher. Das ist, was man im Reich so wusste. Seit dem Wahlabend ist daneben - mehr als die Baudesaster um Museum, Stadion und HTW - der schlechte Zustand hiesiger Gehwege ins kollektive Gedächtnis der Nation eingedrungen. Das Saarland sei ein ,,schwieriges Pflaster für uns", sprachen unisono die Spitzen von FDP und Grünen, von Lindner bis Özdemir, in jedes Mikrofon. Ist denen bei Wahlkampf-Besuchen tatsächlich der Zustand der Bahnhofstraße in Saarbrücken oder der Pfusch an der Berliner Promenade aufgefallen? Muss da Neu-Bauminister Bouillon ran?

Ein Pflaster, um die Wahl-Wunden der FDP Saar zu bedecken, können sie nicht gemeint haben, die braucht schon einen Druck-Verband, zumal die Narben der Jamaika-Zeit noch pochen. Und weil die Grünen parlamentarisch nun das Pflaster von unten sehen, hat sich auch das Heftpflaster am Stuhl ihres Chefs gelöst. Für Fundis bei den Grünen bleibt daneben als weiteres Trost-Pflaster der alte Sponti-Spruch: Unter dem Pflaster liegt der Strand.