Heiß gebadete Äpfel

Der wurde wohl als Kind zu heiß gebadet, lautet eine dem Vergessen anheim gefallene Verunglimpfung. In Zeiten, in denen tägliches Duschen das samstägliche Bad in der Zinkwanne ersetzt hat, können nur noch ältere Semester diesen Spruch verwenden, wenn sie den so Angesprochenen auf einem Irrweg wähnen.Das Sprichwort könnte allerdings eine Wiedergeburt erfahren, denn die Obstbauversuchsanstalt im Alten Land an der Elbe badet jetzt Äpfel , und zwar heiß.

Damit sollen die Paradiesfrüchte abgehärtet werden gegen Pilze, weil bedauerlicherweise 30 Prozent der jährlichen deutschen Apfelernte verfaulen. Auf die Idee hätten die Forscher freilich auch früher kommen können, denn Mensch und Apfel sind sich doch schon seit Adam und Eva so nah. Und bekanntlich setzt sich der Mensch in die heiße Sauna, um sich gegen Krankheiten abzuhärten - deshalb sind die Finnen ja so kernig. Womit wir wieder beim Apfel wären . . .