Glosse zu künstlicher Intelligenz: Ich bin ein Roboter

Glosse : Ich bin ein Roboter

Früher war Menschen bisweilen daran gelegen, als solche wahrgenommen zu werden. Heute dagegen möchten manche am liebsten resignieren und öffentlich erklären: „Ich bin ein Roboter.“

Denn das würde ihnen den Beweis ersparen, dass sie keiner sind. Ein Beweis, der viel Nerven kostet, denn dafür müssen sie im Internet entwürdigende Bilderrätsel machen. Etwa auf Bildern Brücken ausmachen. Das weckt den ketzerischen Gedanken: Wenn diese Fähigkeit die einzige ist, die Menschen den Robotern voraushaben, ist dieser Unterschied nicht besonders lohnend. Oder der Roboter nicht besonders klug.

Letzteres aber kann nicht wirklich der Fall sein. Wird doch die künstliche Intelligenz ständig gelobt, die natürliche jedoch immer weniger geschätzt. Aber vielleicht stammt das Hochjubeln der künstlichen Intelligenz ja von den Robotern selbst, ist quasi eine künstliche Selbstbeweihräucherung.

In Bereich Selbstlob allerdings kennt sich der Mensch ebenfalls sehr gut aus und könnte jetzt eine Brücke zu Politikern oder Managern schlagen. Aber es bleibt die Sorge: Diese Brücke würden die Betroffenen gar nicht erkennen. Und wer weiß, was das aussagt.

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