Flucht-Tendenzen

Meinung: Flucht-Tendenzen

Meinung:

Flucht-Tendenzen

Von Dietmar Klostermann

Nur noch flüchtig kann sich die Saar-Polizei in diesen Tagen um ihr Steckenpferd kümmern: die Blitzerei. Jetzt müssen sich die Beamten jenen widmen, die mit weitaus weniger Pferdestärken daherkommen, ohne eigenen fahrbaren Untersatz - den Flüchtlingen. Die gemütlichen Zivilfahrzeuge der gehobenen Mittelklasse am Straßenrand, aus denen es munter heraus blitzt, sind jetzt seltener zu sehen.

Dafür entwickeln manche Autofahrer bisher unterdrückte Flucht-Tendenzen. Sie drücken jetzt stärker auf die Tube, wohl wissend, dass den uniformierten Häschern die Hände derzeit gebunden sind. Das mutet kurios an. Denn ohne den von Radarfallen erzeugten Angstschweiß im Nacken könnten es die Automobilisten doch ruhiger angehen lassen, entspannt und tempo-konform ihre Ziele ansteuern. Aber nein: Manche rasen derart schnell, als sei eine IS-Brigade hinter ihnen her. Auch dieser "Flüchtlinge" wird sich die Polizei wieder annehmen müssen.