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Die "SonntagsZeitung" aus Zürich kommentiert den US-Präsidentschafts-Wahlkampf:

Die "SonntagsZeitung" aus Zürich kommentiert den US-Präsidentschafts-Wahlkampf:

Die "SonntagsZeitung" aus Zürich kommentiert den US-Präsidentschafts-Wahlkampf: Wirtschaftspolitisch haben die Republikaner die Wahlen längst verloren. Die Bilanz von acht Jahren Bush ist katastrophal: ein riesiges Loch in der Staatskasse, ein kränkelnder Dollar und ein darbender Mittelstand

Die "SonntagsZeitung" aus Zürich kommentiert den US-Präsidentschafts-Wahlkampf: Wirtschaftspolitisch haben die Republikaner die Wahlen längst verloren. Die Bilanz von acht Jahren Bush ist katastrophal: ein riesiges Loch in der Staatskasse, ein kränkelnder Dollar und ein darbender Mittelstand. Während der 34 Jahre, in denen die Republikaner an der Macht waren, wuchs die Wirtschaft jeweils durchschnittlich 1,64 Prozent. In den 26 Jahren, in denen ein Demokrat im Weißen Haus saß, betrug das Wachstum 2,78 Prozent. Trotzdem will McCain im gleichen Stil weitermachen. Er wird von Bush gemachten Steuerkürzungen nicht antasten, sondern verspricht darüber hinaus noch weitergehende Steuergeschenke. Auch die Londoner "Times" beschäftigt sich mit dem Wahlkampf und John McCain:Es wird oft gesagt, dass seine Hautfarbe das größte Problem von Barack Obama ist. Doch Klassenzugehörigkeit ist für ihn viel gefährlicher. Die amerikanische Rechte reitet seit 40 Jahren auf der Welle der Angst vor der Elite und davor, dass "die" in Washington "uns" hier im wirklichen Amerika nicht verstehen. Auf ihrem Parteitag haben die Republikaner das Herz Amerikas angesprochen und Menschen gegen Mächtige antreten lassen. Das hat schon einmal funktioniert. Die Wiener Zeitung "Der Standard" bemerkt dazu: Eigentlich spräche alles gegen die Republikaner: McCain, Palin, die miserable Bilanz nach acht Jahren Bush - und das Charisma des demokratischen Bewerbers Barack Obama. Umso erstaunlicher ist es, wie knapp McCain in den Umfragen hinten ist. Das mag mit seiner Heldengeschichte zu tun haben, seinem Ruf als Unabhängiger und mit der konservativen Grundströmung in den USA. Vielleicht liegt es aber daran, dass viele Amerikaner einfach keinen schwarzen Präsidenten wollen. Und bei der "Neuen Zürcher Zeitung" lesen wir dazu:McCain stellt sich als Speerspitze einer Bewegung dar, die Reformen zum Durchbruch verhelfen würde. Aber es ist nicht klar, weshalb die Wähler damit ausgerechnet jene Partei betrauen sollte, die Washington seit langem dominiert. Als Präsident müsste sich McCain auf eine Partei stützen, die personell und ideell ausgelaugt wirkt. Vielleicht muss sie zuerst die Schalthebel der Macht verlassen, ehe sie sich von innen her erneuern kann.