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Die Schweizer "NZZ am Sonntag" schreibt zum Streit um Steueroasen:

Die Schweizer "NZZ am Sonntag" schreibt zum Streit um Steueroasen:

Die Schweizer "NZZ am Sonntag" schreibt zum Streit um Steueroasen:Die Angriffe der G-20 auf die Steueroasen dieser Welt triefen vor moralischer Entrüstungs-Rhetorik: Berlin, London und Washington geizen nicht mit Lektionen über gutes und böses Verhalten, wobei Letzteres stets beim anderen geortet wird

Die Schweizer "NZZ am Sonntag" schreibt zum Streit um Steueroasen:Die Angriffe der G-20 auf die Steueroasen dieser Welt triefen vor moralischer Entrüstungs-Rhetorik: Berlin, London und Washington geizen nicht mit Lektionen über gutes und böses Verhalten, wobei Letzteres stets beim anderen geortet wird. Doch damit lenken sie nur davon ab, dass sie selbst reine Interessenpolitik betreiben. Die Großen wollen die eigene Finanzindustrie schützen, die Konkurrenz schwächen und so die Steuereinnahmen optimieren. Die britische "Sunday Times" bemerkt zu Plänen, den Finanzmarkt massiv zu reglementieren:Wer reguliert die Regulierungsbehörden? Die Antwort ist offensichtlich: noch mehr Regulierungsbehörde. Und so geht das weiter, bis von der Unendlichkeit oder im Volks-Portemonnaie nichts mehr übrig ist. Die (reformierte britische Labour-Partei) hat erklärt, dass ihre Priorität "Bildung, Bildung, Bildung" sein würde, wobei wir jetzt wissen, dass es in Wirklichkeit "Regulierung, Regulierung, Regulierung" war. Die Straßburger Zeitung "Les Dernières Nouvelles d'Alsace" kommentiert am Sonntag die Aussagen des Papstes zu Aids:Papst Benedikt, man muss darüber sprechen, hat als religiöse Autorität mit weltweiter moralischer Verantwortung natürlich das Recht auf einen persönlichen Blick auf Sexualität und Treue. Er darf sich äußern, wie es Johannes Paul II. getan hat. Er hatte aber nicht das Recht, eine Lüge über das Präservativ in offenbarte Wahrheit zu verwandeln. Das ist eine Sünde, nicht wahr? Weil er das Evangelium so oft predigt, fällt es diesem großen Intellektuellen schwer, es zu lesen.Die Zeitung "Schleswig-Holstein am Sonntag" (Flensburg) bemerkt zur großen Koalition wenige Monate vor der Wahl: Der Vorrat der Gemeinsamkeiten in der großen Koalition ist aufgebraucht. Jetzt beginnen die Scheidungspartner die Stellungen für den Wahlkampf auszuheben. Dabei verleiht das Unions-Gemurre über Kanzlerin Angela Merkel und der wachsende Zwist zwischen den Schwesterparteien CDU und CSU der SPD Flügel. Die Winter-Depression mit Umfragewerten unter der Packeis-Grenze für die Partei war gestern. Jetzt wittern die Sozialdemokraten Morgenluft.