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Die "Lübecker Nachrichten" kommentieren die Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst:

Die "Lübecker Nachrichten" kommentieren die Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst:

Die "Lübecker Nachrichten" kommentieren die Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst: Die Arbeitgeber haben den großen Streik abgewendet. Der wäre die öffentlichen Kassen sicher teurer gekommen als diese Tarifeinigung. Zumal Bund, Länder und Kommunen sich einen Teil der Lohnerhöhung durch mehr Steuereinnahmen wieder holen

Die "Lübecker Nachrichten" kommentieren die Tarifeinigung im Öffentlichen Dienst: Die Arbeitgeber haben den großen Streik abgewendet. Der wäre die öffentlichen Kassen sicher teurer gekommen als diese Tarifeinigung. Zumal Bund, Länder und Kommunen sich einen Teil der Lohnerhöhung durch mehr Steuereinnahmen wieder holen. Deshalb auch braucht man die wüsten Personalabbau-Drohungen, die jetzt aus Städten und Gemeinde kommen, nicht sonderlich ernst zu nehmen. Rechnungshöfe und Steuerzahlerbund können den Verwaltungschefs ausreichend Beispiele liefern, wo sie durch bessere Organisation Millionen einsparen könnten. Auch die "Berliner Zeitung" befasst sich mit dem Kompromiss und sieht die Gewerkschaften deutlich gestärkt:Die neue Durchsetzungsfähigkeit der Gewerkschaften hat natürlich mit der immer noch gut laufenden Wirtschaft in Europa und in Deutschland zu tun. (...) Aber anders als in vergangenen Jahren haben die Arbeitnehmervertreter wieder mehr Rückhalt in der Politik gefunden. (...) Verdi hat eine wichtige Tarifschlacht gewonnen. Wer in nächster Zeit noch mit der Dienstleistungsgewerkschaft zu tun hat, etwa die Deutsche Post und das Land Berlin, darf sich auf einen mit frischem Selbstbewusstsein ausgestatteten Verhandlungspartner freuen. Die "Stuttgarter Zeitung" bemerkt zu der Einigung:Frank Bsirske hat den Arbeitgebern ein Ergebnis noch über dem Niveau bedeutender Industriebranchen abgetrotzt. Damit wird auch die Arbeit des öffentlichen Dienstes anerkannt. Diese Wertschätzung hatten die Beschäftigten zuletzt vermisst. Während in anderen großen Branchen ein echtes Lohnplus vereinbart wurde, mussten sie sich über Jahre mit Einmalzahlungen begnügen und einen deutlichen Reallohnverlust hinnehmen. Es ist gut, wenn den Beschäftigten nun vermittelt wird, dass ihre Tätigkeit Staat und Bürgern etwas wert ist. Auch der Berliner "Tagesspiegel" ist des Lobes voll:Der Potsdamer Abschluss bringt mehr als zwei Millionen Beschäftigten mehr Geld. Als Konsumausgaben schmiert dieses Geld den Konjunkturmotor und fließt über höhere Steuern und Sozialabgaben zum Teil zurück in die öffentlichen Kassen. So gesehen, haben Schäuble, Böhle und Bsirske der Wirtschaft insgesamt einen Dienst erwiesen.