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Der Staat kann etwas gegen hohe Preise für Bauland tun

Kommentar : Deutschland braucht eine Bodenreform

Die Grundstückspreise in den Städten explodieren. Bis zu 80 Prozent der Neubaukosten einer Wohnung gehen in München inzwischen allein auf diesen Faktor zurück. In Berlin sind es 50 Prozent. Mit dem Ergebnis, dass auch die Neubaumieten immer weiter steigen.

Dabei kann der Staat diese Spirale leicht durchbrechen – indem er Grundstücke vom freien Markt nimmt. Solche, über die er ohnehin verfügt, etwa alte Industrie- oder Bahnflächen. Und alle, die erst durch kommunale Entscheidungen neu zu Bauland werden. Er kann sie den Besitzern zu einem niedrigen Preis abkaufen, erschließen und dann ohne Spekulationsgewinne an die Erwerber weitergeben. Vielerorts gibt es das schon. Allerdings sind die Grundstücke hinterher doch meist wieder in Privatbesitz. Sie auf Dauer nur in Erbpacht zu vergeben, wäre die weitsichtigere Lösung. Deutschland braucht eine Bodenreform. Mindestens in den Großstädten. Sonst sind sie für normale Menschen bald nicht mehr bezahlbar.