CSU ganzjährig närrisch

Liebe Leserinnen, liebe Leser,in Bayern wurde der politische Aschermittwoch in dieser Woche abgesagt. Das war konsequent und richtig. Sind doch die CSU und ihr Vorsitzender Horst Seehofer ganzjährig der Mittelpunkt eines närrischen Treibens.

Für den dies beendenden Aschermittwoch und die darauf folgende Fastenzeit ist da kein Platz. Buße, Besinnung und Nächstenliebe würden zwar zu den Grundwerten der Christsozialen passen, doch die scheinen bei ihren heutigen Spitzenkräften ohnehin in Vergessenheit geraten zu sein.

Nach der Demütigung der Kanzlerin auf dem CSU-Parteitag und unzähligen Entgleisungen hat Seehofer endgültig überzogen. Angela Merkel und der von seiner Partei mitgetragenen Bundesregierung in der Flüchtlingspolitik eine "Herrschaft des Unrechts" vorzuwerfen, ist geschmacklos und gefährlich zugleich. Wurden solche Formulierungen in der CSU doch bisher vor allem für die DDR und das Regime von Erich Honecker verwendet. Seehofer verharmlost damit deren Verbrechen. Auf der anderen Seite macht er sich zum idealen Kronzeugen von Pegida und AfD, die genau dieses Unrecht in der aktuellen Flüchtlingskrise behaupten.

Nach dem unvermeidbaren Eklat fühlt sich Seehofer falsch verstanden und rudert zurück. Sein neuestes Bekenntnis: "Wir stehen zur Kanzlerin".

Wieder einmal ist es Seehofer gelungen, auch dort völlig falsch zu liegen und großen Schaden anzurichten, wo er im Ansatz sogar recht hat. Ging es doch um die mangelnde Durchsetzung von Recht und Ordnung an den deutschen und europäischen Grenzen. Hier gibt es tatsächlich Defizite. Doch die werden nicht durch unangemessene Wortwahl abgestellt - sondern durch angemessene Taten.

In diesem Sinne ein schönes Wochenende
Peter Stefan Herbst
Chefredakteur