Bloß keine Stille!

Mancher weiß gar nicht mehr, ob er überhaupt noch denkt – weil er keine Zeit hat, sich selbst zuzuhören. Und dieses Phänomen betrifft offenbar nicht nur Laien.

So beklagt die Forscherin Felicity Mellor einen Veröffentlichungs- und Kommunikationswahn in der Wissenschaft. "Aber ein guter Gedanke braucht ebenso Zeit und Stille", betont sie. Das ist erschütternd, erklärt jedoch vieles. So sind 40 Prozent der Berufstätigen in Deutschland laut Umfrage rund um die Uhr erreichbar - vermutlich damit gute Gedanken gar nicht erst aufkommen. Wenn ständig das Handy klingelt, wird diese Gefahr effektiv vermieden. Motto: "Bloß keine Stille!"

Aber nicht alle halten durch. So formt sich bei einigen Menschen trotz aller Bemühungen irgendwann ein guter Gedanke, der Stille braucht - mit oft schlimmen Folgen. Denn manche schweigen dann so lange in Konferenzen oder vor dem Fernseher, bis ihr Kopf irgendwann ruckartig nach vorn fällt. Gute Gedanken haben nämlich sehr viel Gewicht.