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Leserbrief Grubenwasser: Bitte keine teuren Ansichten

Leserbrief Grubenwasser : Bitte keine teuren Ansichten

Grubenwasser/Keine Panik

Endlich ein fachmännischer Beitrag zum Thema „Grubenwasser und Grubenflutung“. Das Thema hat auch durch vorherige SZ-Berichte zu Panik geführt. Grubenwasser ist Regenwasser, das aus über wasserführende Erdschichten und ehemalige Grubenbaue nach unten zum tiefsten Punkt der Grube läuft. Da für den Bergmann neben Steinschlag und Methangas Wasser die größte Gefahr bildet, hielt er zufließendes Wasser so kurz wie möglich, sammelte es und pumpte es in den Vorfluter. Da das Regenwasser manchmal über Kilometer nach unten läuft, nimmt es Inhaltsstoffe und die Temperatur der durchflossenen Gebirgsschichten an. Jeder, der Wasser in einen Vorfluter einleitet, muss (ebenso wie einer, der Wasser entnimmt) eine Genehmigung haben. Etwa 1970 verfügte die damalige Europäische Wirtschaftsunion nach einem großen Grubenbrand in Belgien, dass ab sofort das für diesen Brand verantwortliche mineralische Schmieröl durch PCB-haltiges Hydraulik-„Öl“ ersetzt wird. Auch unter Tage war eine ordnungsgemäße Entsorgung Vorschrift, wenn vielleicht auch nicht immer gewährleistet. Seit Jahrzehnten wird das PCB-haltige Wasser abgekühlt in den Vorfluter gepumpt, bei Überwachung auf Schadstoffe. Die Behörde beanstandete das Wasser nie. Interessant, dass auch – die zumindest zeitweise – mitverantwortliche Partei, die Grünen mit Hubert Ulrich an der Spitze, damals meines Wissens nach keine Einwände hatte. Unser Trinkwasser ist eins der besten in Deutschland. Ich hoffe, dass Fachleute zu Wort kommen und Besserwisser mit kostenträchtigen Ansichten den Mund halten.