Berliner Notizen über Nahles, Akk und Hofreiter

Berliner Notizen : Unsinn, Spargel und Hofreiters Blumen

Alles Unsinn, so die Kanzlerin. Sie zweifle nicht an der Eignung von CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer fürs Kanzleramt. Was soll sie auch sonst sagen? Die Saarländerin hat zuletzt wegen ihrer Äußerungen zur Meinungsmache im Netz nach der Europawahl ganz schön Feuer bekommen.

FDP-Frau Marie-Anges Strack-Zimmermann sprang Kramp-Karrenbauer jedoch mit einem kleinen Video zur Seite. Es zeigt die Liberale im Bundestag. Und sie sagt: „So Leute, jetzt kommt mal runter hier, ist ein ernstes Thema.“ Da ist was dran.

Andrea Nahles geht es seit dem Wochenende noch schlechter als AKK. Sie hat den Partei- und Fraktionsvorsitz der SPD und gleich noch ihr Bundestagsmandat hingeworfen. Somit hat sie nach dem Europawahl-Debakel nicht mal bis zur traditionellen Spargelfahrt der des Seeheimer Kreises auf den Berliner Kanälen durchgehalten, die am Dienstagabend nach der Fraktionssitzung stattfindet. Die  Tour auf der „MS Havel Queen“ hat seit Jahren zwei Konstanten: den Spargel – und die Krise der SPD.

Derweil sonnt sich Angela Merkel auf der internationalen Bühne. Jetzt hielt die Bundeskanzlerin in Harvard eine schöne Anti-Trump-Rede, ohne den US-Präsidenten jedoch beim Namen zu nennen. Typisch Merkel. Danach bekam die Kanzlerin die Ehrendoktorwürde der Universität verliehen. Experten haben mal nachgezählt: Sie ist jetzt 16-fache Dr.h.c.. Respekt. Das wird nach dem Ausscheiden aus dem Amt aber eine schöne, neue Visitenkarte werden.

Anton Hofreiter, Fraktionschef der Grünen, ist Biologe. Schwerpunkt Artenvielfaltsforschung. Jetzt hat er sich mal wieder an den Wasserfarbkasten gesetzt, denn das Zeichnen gehörte zu einem Studium dazu, wie Hofreiter in dieser Woche verriet. Für seine Doktorarbeit sei er seinerzeit in die Wildnis von Peru gereist. Dort habe er dann häufig vor eine Pflanze gehockt und sie abgemalt. Aus einem einfachen Grund: „Man schaut exakter als sonst.“

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