Die "Neue Presse" aus Hannover kommentiert das schnelle Urteil für den Erpresser der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten: Der Betrüger Helg S. wird einfach mal nachgedacht haben, über das, was ihm wirklich wichtig ist: Geld. Und die Rechnung ging auf: Das

Die "Neue Presse" aus Hannover kommentiert das schnelle Urteil für den Erpresser der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten: Der Betrüger Helg S. wird einfach mal nachgedacht haben, über das, was ihm wirklich wichtig ist: Geld

Die "Neue Presse" aus Hannover kommentiert das schnelle Urteil für den Erpresser der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten: Der Betrüger Helg S. wird einfach mal nachgedacht haben, über das, was ihm wirklich wichtig ist: Geld. Und die Rechnung ging auf: Das Geständnis führte dazu, dass der Richter, der bekannt dafür ist, Prozesse möglichst schnell beenden zu wollen, die Haftstrafe auf sechs Jahre festlegte und damit drei Jahre unter der Forderung des Staatsanwaltes blieb. Das ist zu viel des freundlichen Entgegenkommens. Der Gigolo hofft auf ein süßes Leben nach der Haft. Die Justiz wird ihn kaum daran hindern können. Anders sieht es die "Neue Osnabrücker Zeitung": Der Schweizer . . . ist mit sechs Jahren Gefängnis keineswegs zu billig davongekommen. Sein Geständnis und Bedauern haben ihm einen Strafrabatt eingetragen - das ist grauer Alltag in deutschen Gerichten und wäre auch nach einem langwierigen Prozess nicht anders gewesen. Das Schnellverfahren begünstigt also nicht den Alpen-Casanova, sondern bewahrt dessen Opfer vor dem Fegefeuer neuer Schlagzeilen. Die in Oldenburg erscheinende "Nordwest-Zeitung" schreibt: Was bleibt, ist die Sprachlosigkeit angesichts eines Verteidigers, der ernsthaft strafmildernd für seinen Mandanten anführte, Milliardärin Susanne Klatten als Zeugin der Anklage sei "ohne gesellschaftlichen Schaden" aus der Sache herausgekommen. Denn natürlich ist die als öffentlichkeitsscheu geltende Quandt-Erbin nachhaltig in ihrem Ruf geschädigt. Dass die 46-Jährige dennoch den mutigen Schritt in die Öffentlichkeit getan hat, um dem gewerbsmäßigen Beischläfer mit Hang zu rührseligen Geschichten das Handwerk zu legen, verdient Respekt. Susanne Klatten hat für einen schwachen Moment in ihrem Leben teuer bezahlt. Auch die "Leipziger Volkszeitung" lobt den Mut der erpressten Milliardärin: Die sonst so medienscheue Frau nahm dafür in Kauf, fortan das Gesicht der Affäre Sgarbi zu sein. Doch das ersparte weiteren potenziellen Opfern, dem rührseligen Dackelblick des klammen Casanova zu erliegen. Es bleibt zu befürchten, dass Sgarbi seine beischlafend ergaunerten Millionen gut versteckt hat und bei Verfilmung der Klamotte noch ein paar Euro hinzu verdient. Auch das werden die doppelt betrogenen Damen ertragen müssen.