Warscheids Welt Menschen auf dem Land trifft die Berliner Sparorgie hart

Meinung · Für den Bundeshaushalt 2024 werden 300 Millionen Euro gestrichen, die eigentlich für die Entwicklung des ländlichen Raums zur Verfügung stehen sollten. Tausende von Menschen trifft das schwer – auch im Saarland.

Berlin: Sparorgie bei der Entwicklung des ländlichen Raums
Foto: dpa/Soeren Stache

Wir Dorfkinder wissen, dass Kühe nicht lila sind, dass man nie an einen Elektrozaun pinkelt, wie eine frisch gemähte Wiese duftet und Kirschen vom Kirschbaum schmecken, wie man Traktor fährt und dass die Feuerwehr die besten Feste feiert. Das alles scheint der Berliner Ampelregierung, die vermutlich vom Landleben keine Ahnung hat, nicht zu passen.

15 Prozent der Deutschen leben in kleinen Kommunen

Denn im Entwurf für den Bundeshaushalt 2024 werden erneut 300 Millionen Euro gestrichen, die Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) bislang für die Entwicklung des ländlichen Raums zur Verfügung hatte. Die Kürzungsorgie trifft die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“, kurz GAK. Schon in diesem Jahr wurden die GAK-Mittel um 190 Millionen Euro gekürzt – auf insgesamt 1,1 Milliarden Euro.

Immerhin leben 15 Prozent aller Deutschen in Kommunen mit weniger als 5000 Einwohnern. Sie lieben ihre Gemeinschaft, wo man sich kennt und hilft – ob jung oder alt. Sie fühlen sich wohl in ihrem „Geheischnis“. Diese Menschen trifft die Berliner Sparorgie hart. Denn dieses Geld fließt in Schulen, Kitas, Dorfgemeinschaftshäuser, in die Energieversorgung sowie die Entsorgung von Müll und Abwasser.

Die Bauern brauchen auch im Saarland Hilfe

Der ländliche Raum ist auch im Saarland wichtig. 460 000 Frauen und Männer leben in mehr als 300 Dörfern, von denen 143 weniger als 1000 Einwohner haben. Zahlreiche Initiativen sind auf die GAK-Gelder und die Zuschüsse aus EU-Programmen angewiesen. Egal ob sie Blumenwiesen anpflanzen, Störchen eine neue Heimat geben oder sich um verfallene Häuser kümmern, damit dort neues Leben einziehen kann.

Die Bauern brauchen Hilfe, damit sie Kulturlandschaften erhalten und regionale Lebensmittel herstellen können. Dorfkinder leben mit und in der Natur. Sie können Umweltschutz. Sie reden nicht nur darüber.