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Armin Laschet ist richtige Wahl für den Vorsitz der CDU

Neuer CDU-Chef : Armin Laschet ist die richtige Wahl

Die CDU setzt mit der Wahl Laschets zum Parteichef auf Kontinuität. Der Parteitag hat gezeigt, warum Merz nicht der Richtige an der Spitze gewesen wäre.

Friedrich Merz hat den letzten Beweis geliefert: Armin Laschet ist die richtige Wahl. Dass Merz dem neuen Vorsitzenden angeboten hat, das Wirtschaftsministerium zu übernehmen, war ein dreister Vorgang, der seinesgleichen sucht. Merz hat damit nicht nur Amtsinhaber Peter Altmaier desavouiert, sondern sich selbst entlarvt. Es ging ihm offenkundig nie um die Partei; es ging ihm nur um die eigene Karriere. Auch das Merz-Lager wird das jetzt hoffentlich begreifen. Angela Merkel hat es schon immer gewusst.

Mit der Wahl des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten zum neuen Vorsitzenden setzt die CDU auf Kontinuität in schwierigen Zeiten. So sind die Christdemokraten schon immer gewesen: Keine Experimente. Weiter so. Wann immer es geht. Das muss per se nichts Schlechtes sein. Denn die CDU ist die letzte Volkspartei in Deutschland. Um diesen Status zu erhalten, braucht es eher einen, der nicht polarisiert, sondern der integrieren kann. Annegret Kramp-Karrenbauer war so jemand, Armin Laschet ist es. Auf dem Parteitag hat er die beste Rede der drei Kandidaten gehalten, auch die emotionalste.

Die Kanzlerin wird mit dem Ergebnis der Vorsitzenden-Wahl zufrieden sein. Auch wenn Laschet als Ministerpräsident anfänglich einen anderen Kurs in der Corona-Bewältigung eingeschlagen hatte, so ist er doch inzwischen ein verlässlicher Partner an Merkels Seite. Mit ihrem Erbe wird Laschet nicht brechen, sondern eher versuchen, darauf aufzubauen. Das ist vernünftig. Die guten Umfragewerte hat die CDU insbesondere Merkel zu verdanken. So ist auch die Frage, ob das Nebeneinander von Kanzlerin und neuem Vorsitzenden gelingen kann, nun einfacher zu beantworten: Ja, das wird funktionieren. Merkel regiert das Land, Laschet Nordrhein-Westfalen und die CDU. Beide sind in Regierungsverantwortung. Es gibt im Moment keinen Grund, sich in Konkurrenz zu sehen. Das wäre bei einem anderen Vorsitzenden anders. Vor allem, wenn er Merz geheißen hätte.

Die Christdemokraten sind außerdem sensibel genug, um zu wissen, was für die Union im Jahr der Bundestagwahl zählt: der Machterhalt. Nichts anderes. Dafür braucht es Geschlossenheit. Mit seiner Wahl wird Armin Laschet jedoch die Frage der Kanzlerkandidatur begleiten. Das ist die eigentliche Herausforderung, mit der der Vorsitzende in den nächsten Wochen umgehen muss. Die Rede von Markus Söder auf dem Parteitag hat gezeigt, dass mit dem CSU-Chef zu rechnen ist. Gesundheitsminister Jens Spahn hingegen hat für seine Ambitionen einen herben Dämpfer erhalten. Sein Ergebnis bei der Wahl zum stellvertretenden Parteichef war eine Watsche. Zu Recht. Es war eine Quittung für Spahns Absetzbewegungen aus dem Team mit Laschet. Ebenso für sein Foulspiel gegen die anderen Kandidaten, als er sein Fragerecht für eine Werberede nutzte. Für Laschet ist der Parteitag damit noch besser gelaufen als gedacht: Er hat nicht nur die Vorsitzenden-Wahl gewonnen, sondern der Aachener ist jetzt stärker als alle anderen in der CDU. Das ist ein Pfund bei der Beantwortung der K-Frage im Frühjahr.