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Fragen über Fragen: Vom Vor- und Nachdenken

Fragen über Fragen : Vom Vor- und Nachdenken

Die fünf Wirtschaftsweisen wurden gestern zu den „Vordenkern 2018“ gekürt. Das wirft Fragen auf. Können weise Menschen Vordenker sein? Sollen sie nicht eher nachdenken? Denn auch beim Nachdenken beschäftigt man sich mit der Zukunft und nicht nur mit der Vergangenheit. Müssen also Vordenker zuerst Nachdenker sein, um überhaupt Vordenker werden zu können? Was macht ein Vordenker überhaupt?

Ist das ein Vorkoster, der ausprobiert, ob ein Gedanke leicht oder schwer verdaulich ist, ob er bittere Gefühle beim Denkenden auslöst oder eher sonnige Sinneserlebnisse? Oder geht das Vordenken in Richtung vorkauen? Schwer Verdauliches wird in gehirnfreundliche Happen zerlegt, damit die grauen Zellen kein Sodbrennen bekommen und der Mensch keine Kopfschmerzen. Oder ist ein Vordenker auch ein Querdenker? Verläuft daher das Vordenken nicht gradlinig, sondern eher im Zickzack-Kurse? Vielleicht wechseln sich beim Vordenker Phasen des Vor- und Nachdenkens ab. Ist ein Vordenker per definitionem nicht seiner Zeit voraus? Muss er dann nicht mit dem Denken innehalten, bis die anderen nachgekommen sind? Fragen über Fragen...