Glosse : Glaube, Hoffnung, Gerhard

Halleluja, die Welt hat einen neuen Friedensengel. Der gute Geist Gerhard (Schröder ist sein irdischer Nachname, aber Himmelswesen brauchen bekanntlich keinen) hat wahrhaft Großes geleistet. Nur durch seine guten Worte an den mächtigen türkischen Sultan gelang es, den Menschenrechtler Steudtner aus der Haft am Bosporus zu befreien. Gelobt sei Gerhard, der damit vom Saulus zum Paulus wird. Verstummen muss alle teuflische Kritik vergangener Zeiten, vergessen sind Basta-Kanzler und Hartz IV, Gazprom und Rosneft.

Im Gegenteil. Dank sei Gerhard für seine Fähigkeiten und Beziehungen. Und das war erst der Anfang des Schröder-Jahres 2017 (von wegen Luther, der war ja nicht mal in der SPD). In allen Krisenherden, wo nur noch Glaube oder Hoffnung herrschen, kommt demnächst Gerhard und es wird Frieden. Syrien, Jemen, Myanmar. Weil Putin sein Freund ist, klappt es auch auf der Krim. Weil seine neue Flamme aus Korea ist, wird sogar Kim gestoppt. Und dann, wenn alles geschrödert ist, bittet der Ex-Heilige Martin um Hilfe für die Auferstehung der Genossen. Aber da muss Gerhard passen. Frieden schaffen ist eine Sache. Wunder eine andere.