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SZ-Glosse: Wenn die Zeit verschwimmt

Corona, Corona : Wenn die Zeit verschwimmt

Die Zeit rennt und schleicht in der Corona-Krise zugleich. Denn viele Anhaltspunkte für ihren Verlauf fehlen. So zeigte etwa ein Sportkurs früher deutlich: „Heute ist Mittwoch“, das Kaffeetrinken mit der Verwandtschaft: „Huch, schon wieder Ostern“.

Und wenn Kinder etwas bastelten, war Muttertag. Aber nun ist alles verschwommen: Schüler sind draußen, obwohl keine Ferien sind. Gebastelt wird ständig. Zu Hause kann Wochenende sein – oder auch Home-Office. Nachts ist es nicht einsamer als draußen.

Selbst diese Glosse bewegt sich jenseits des Raum-Zeit-Kontinuums. So ist sie für manche Leser die 6000. Glosse, für andere erst die 100. Das allerdings hat nichts mit Corona zu tun, sondern liegt an einer Zahlenkrümmung, die entsteht, wenn man Fünfe gerade sein lässt. Dann kommt man schnell vom Hundertsten ins Tausendste – und plötzlich steht eine Sechs davor. Denn wie sagen erfahrene Werbeleute: Sechs sells.

Für den Fall aber, dass einige schon seit 21 Jahren oder gefühlt 21 Jahren auf die Pointe der allerersten Glosse warten: Halten Sie durch, die kommt noch! Nur der genaue Zeitpunkt ist leider etwas verschwommen.