Corona macht digital Weinprobe online

Deutschland war bis vor kurzem noch das Land der digitalen Skeptiker. Jetzt aber lassen sich viele vom Wandel überzeugen, wenn es sich um wirklich wichtige Fortschritte handelt – wie eine Online-Weinprobe.

Denn diese ermöglicht völlig neue Erfahrungen: Während ein Experte über eine Videokonferenz weitschweifig erklärt, wonach der Rebensaft angeblich schmeckt, schauen alle Teilnehmer fasziniert, was die anderen derweil zu Hause machen: Wer kocht sich nebenbei etwas? Was hat der für eine Wohnung? Und wohin verschwindet die da oben schon wieder? Das ist wie ein Meeting im Home-Office, lässt sich hier aber schöntrinken.

Natürlich wollen manche durch den Alkohol auch nur vergessen. Etwa den Umstand, dass sie die erste halbe Stunde vergeblich versuchten, an der Videoschalte teilzunehmen – und dabei versehentlich etwas Falsches runtergeladen, vielleicht auch irgendein Abo auf Lebenszeit abgeschlossen haben.

Mit der Online-Weinprobe wächst also nicht unbedingt die digitale Kompetenz. Aber immerhin die Fähigkeit, sie sich selbst vorzutäuschen. Oder, wie es im digitalen Zeitalter vermutlich heißt: Im Wein liegen die Fake-News.

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