Advent, Advent : Gefährdete Türchen

Der analoge Adventskalender ist noch beliebt – könnte aber künftig gefährdet sein. Erfordert er doch geistige und körperliche Fähigkeiten, die immer weiter zurückgehen. So muss der Besitzer nicht nur bis 24 zählen und sich das aktuelle Datum merken.

Er sollte auch über so viel Feinmotorik verfügen, dass er einzelne Türchen öffnen kann – und darf trotz abnehmender Frusttoleranz nicht gleich den ganzen Kalender zerstören. Vor allem aber ist es erforderlich, dass er für diesen Vorgang die Hände kurz vom Smartphone löst. Das ist für einige möglicherweise das größte Problem.

Dazu kommen Unverträglichkeiten, Klimabedenken und die unverständliche Verteufelung des Seelenretters Zucker. Bestimmt gibt es daher schon zuckerfreie Adventskalender, lactose-, gluten- und plastikfreie. Aber kann das reichen? Wer genau überlegt, muss feststellen, dass viele Adventskalendertürchen in Kinderarbeit geöffnet werden. Das kann nicht richtig sein! Manche Erwachsene beginnen daher im Blick auf die Zukunft schon mal, den Adventskalender zu vernichten. Beginnen aber aus praktischen Gründen erst mal mit der Schokolade.

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