SZ-Glosse: Tierisches Lächeln

4. Oktober : Tierisches Lächeln

Viele Tiere sind froh, dass der 4. Oktober vorbei ist. Schließlich war dieser nicht nur Welttierschutztag, sondern auch der Tag des Lächelns. Und das setzt Vierbeiner immens unter Druck. Denn sie ahnen bereits, dass sie heutzutage hauptverantwortlich dafür sind, Menschen zum Lächeln zu bringen.

Tiere müssen possierlich gucken, mit dem Schwanz wedeln, Bälle sinnlos herantragen oder sich in süßen Katzenvideos wie plüschige Idioten verhalten – nur damit der gestresste Zweibeiner mal kurz seine Mundwinkel hochzieht.

Das verlängert im besten Fall die Lebenserwartung des Homo Sapiens. Laut einer US-Studie wurden Ex-Sportler, die in die Kamera grinsten, im Schnitt 79, leise Lächler 75 und Lächel-Verweigerer nur 72,9 Jahre. Aber verhilft zutrauliche Freundlichkeit etwa im Tierreich zu längerem Leben? Da lachen ja die Hühner.

Unklar bleibt für Haustiere, warum Menschen manchmal irre vor sich hinlachen. Die gängige Vermutung: Nicht artgerechte Haltung im Büro, ja sogar Realitätsverlust. Denn fern von jedem erkennbaren Stall äußern sie sogar offen die absurde Vermutung: „Ich glaub, mich tritt ein Pferd.“

Mehr von Saarbrücker Zeitung