Stundenlang telefonieren Ear-to-Ear-Renaissance

Drei bis vier abgekürzte Worte und ein Emoji – das reichte manchen digitalisierten Zeitgenossen bisher als Kommunikation, in sehr plauderiger Stimmung womöglich ausnahmsweise ergänzt um eine Sprachnachricht.

Doch nun erlebt das gute alte Telefonat – für alle, die es noch kennen – eine Renaissance.

Natürlich ist das Wort selbst in diesen Zeiten uncool, klar. Analog zur Kommunikation „Face to face“ – also von Angesicht zu Angesicht – sollte ein Telefongespräch vielleicht Ear-to-Ear-Kommunikation (also Von-Ohr-zu-Ohr-Gespräch) heißen – das macht es vielleicht auch für Jüngere und Geschäftsleute attraktiv. Zudem vermeidet der Begriff geschickt die Aussage, ob der eine den anderen auch wirklich versteht (Hirn-to-Hirn).

Aber das ist zweitrangig, geht es doch schließlich ums Wohlgefühl. Einfach mal auf dem Sofa sitzen und stundenlang telefonieren – das haben viele schon lange nicht mehr gemacht. Und wer jetzt fragt, worum sich das Gespräch denn bitteschön drehen soll, hat einfach nicht verstanden, worum es geht. Oder ist – tragischerweise – ein Mann.

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