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SZ-Glosse: Sonderurlaub für Partys

Frei fürs Feiern : Sonderurlaub für Partys

Die Deutschen haben im internationalen Vergleich viel Urlaub. Aber das bedeutet nicht, dass an einer entscheidenden Stelle nicht noch nachgebessert werden muss: beim Sonderurlaub für Partys. Denn wer eine ausrichtet, braucht vorher mindestens zwei freie Tage für Einkaufen, Kochen und Dekorieren und hinterher zwei weitere zum Ausnüchtern, Aufräumen und Verschicken peinlicher Fotos.

Macht also vier Tage – mindestens.

Das führt zwar zu kleinen Produktivitätseinbußen am Arbeitsplatz. Doch dieser Verlust wird mehr als wettgemacht durch das größere Zeitfenster fürs Einkaufen. Dadurch steigt der Absatz von Getränkekisten, Konfetti und Kopfschmerztabletten. Und vielleicht wird Deutschland dann auch endlich Marktführer bei Partytröten.

Auch die gesellschaftlichen Aspekte liegen auf der Hand, die das Sektglas hält. Stellt doch Tanzen ein wichtiges Frust-Ventil dar und beugt so psychischen Störungen vor. Daher wird das Gesundheitssystem entlastet. Außerdem begegnen sich Menschen im digitalen Zeitalter auf Partys endlich mal wieder persönlich. Und weil das heute so ungewohnt ist, brauchen sie danach erst mal Urlaub.