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SZ-Glosse: Schneckenforscher im Saarland

Schneckenforscher im Saarland : Kleine Schleimer

Die Schnecken des Saarlandes können generell als schlecht erforscht betrachtet werden“, müssen wir jetzt einer Mitteilung des Umweltministeriums entnehmen.

Das erschüttert bis ins Innerste des Schneckenhauses. Letztmals wurden die Kriechtierchen hier während des Zweiten Weltkrieges am Westwall richtig erforscht, kündet die ministeriale Schneckenpost. Damals waren die kleinen Schleimer durchweg braun. Heute findet man bei der alltäglichen Abwehrschlacht im heimischen Gemüsebeet auch reichlich Rote und Schwarze, die Braunen aber sind besonders fies. Fast wie in aktuellen der Politik. Bloß gut aber, dass es einen Minister wie Reinhold Jost gibt, der sich wirklich drängender Themen annimmt. So hat er nun zu Pfingsten Schneckenkundler aus der halben Welt ins Land gelockt. Erklärtes Ziel der Forscher ist es, hier neue Arten zu entdecken. Gut möglich, dass sie auf die Gastropoda josticiencis stoßen, eine Art, die mit Vorliebe schlüpfrige Zweideutigkeiten absondert. Und falls es nichts wird mit der Entdeckung neuer Arten, kann Jost die Forscher ja immer noch zum Essen nach Frankreich einladen. Mal schauen, was da auf dem Teller landet.