SZ-Glosse: Resilienz gegen Dreck

Frauen gegen Männer : Der Stress mit dem Dreck

Es ist verblüffend: Jede dritte Frau in einer Partnerschaft fühlt sich vom Haushalt gestresst, aber nur jeder zehnte Mann. Wie kann das sein?

Nach eigenem Empfinden tun die Männer schließlich ständig etwas. Ihr großzügiges „Mithelfen“ im Haushalt hält sie sogar bisweilen von artgerechten Tätigkeiten wie Arbeiten, Sport, Fernsehen oder Faulenzen ab. Und drei Viertel meinen sogar, dass die Aufgabenverteilung gerecht ist. Daher lässt sich die Forsa-Umfrage nur in eine Richtung interpretieren: Frauen sind weniger stressresistent.

Vermutlich fühlen sie sich einfach zu schnell verantwortlich, wenn irgendwas herumliegt oder dreckig wird. Und da nur sechs Prozent mit ihrem Mann über die Haushaltsaufgaben streiten, wird der Rest einfach wortlos selbst aktiv. Kochen, Putzen, Staubsaugen machen laut Umfrage hauptsächlich Frauen. Das führt dann, siehe Burn-out, leicht zum Putz-out.

Wichtig wären Seminare, bei der Frauen eine höhere Dreck-Resilienz entwickeln lernen. Wo sie mal runterkommen und meditativ den Staub betrachten, ohne einen Handlungsdrang zu spüren. Und sei es nur, damit sie endlich mal wissen, wie ihr Mann sich so fühlt.

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