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SZ-Glosse: Nebenbei die Wäsche

Multitasking in Corona-Zeiten : Und nebenbei die Wäsche

Das Arbeiten im Home Office eröffnet völlig neue Möglichkeiten – vor allem zur Bekämpfung der Langeweile. Denn die hat im Multitasking zwischen Job, Haushalt und Familie jetzt nicht mehr den Hauch einer Chance.

Grünen-Politiker Robert Habeck etwa vertreibt sich die Zeit bei Telefonkonferenzen, indem er „nebenbei die Wäsche macht“. Damit verbindet er, so sagt er, „zwei Nützlichkeiten“. Aber jeder weiß natürlich, was nützlicher ist – wenn er eine Woche ohne saubere Wäsche mit einer Woche ohne Telefonkonferenz vergleicht.

Von anderen Politikern sind derartige Geständnisse nicht bekannt. Daher lässt sich nur mutmaßen, ob Finanzminister Olaf Scholz gedanklich Rettungspakete schnürt, während er an der Haustür ein Päckchen annimmt. Ob Kanzlerin Angela Merkel beim Regieren den Teig auf der Apfeltarte in Rauten legt oder ob Innenminister Horst Seehofer auch in der Küche nichts anbrennen lässt. Missverständnisse sind dabei nicht auszuschließen. Denn wenn die Regierung bald stolz verkündet: „Wir haben eine saubere Lösung gefunden“, meint sie vielleicht gar nicht die Corona-Krise. Sondern eine neue Methode zur Fleckentfernung.