Backen in Corona-Zeiten : Muffins Gesetz

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein – sondern auch vom Kuchen. Das ahnten viele schon länger, aber erst jetzt in der Corona-Krise kommen sie so richtig auf den teigigen Geschmack.

Einer Umfrage der Industrievereinigung gfu zufolge backen und kochen 37 Prozent der Bundesbürger derzeit öfter als sonst. Und der Rest konnte wahrscheinlich nur nicht an der Online-Befragung teilnehmen, weil er gerade etwas im Ofen hatte.

Die Motivation liegt natürlich auf der bemehlten Hand: Der Kreislauf aus Teig anrühren, in den Ofen schieben, herausholen und verputzen strukturiert den Tag in sinnvolle Einheiten. Und viele haben endlich mal ein Gefühl, das sie in Beruf und Familie sonst oft vermissen: Ich bekomme etwas gebacken!

Zwar wird zum Ausgleich für weniger Bewegung dann etwas mehr gegessen. Und derjenige, der dabei aufgeht wie ein Hefeteig, ist nicht unbedingt der Kuchen. Aber hier greift die in Corona-Zeiten ganz neu entwickelte Erkenntnistheorie: „Eine Gewichtszunahme findet nicht statt, wenn sie draußen niemand sieht.“ Kenner sprechen auch von „Muffins Gesetz“.