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SZ-Glosse: Gespräche ohne Stoff

Lockdown-Leere : Gespräche ohne Stoff

In der andauernden Pandemie ist offenbar nicht nur der Impfstoff knapp. Auch der Gesprächsstoff scheint bei manchen Zeitgenossen allmählich auszugehen und wird offenbar auch nicht nachgeliefert.

So meint zumindest ein Fachbereich der Mediengruppe RTL nunmehr herausgefunden zu haben: Viele Menschen wissen inzwischen vor lauter Corona-Lockdown und Zu-Hause-Bleiben nicht mehr, worüber sie miteinander reden sollen. Denn sowohl allein als auch miteinander werde weniger erlebt.

Kritiker ohne Gender-Gewissen könnten allerdings vermuten, dass hinter dieser Schlussfolgerung ein Mann stecken muss. Denn Frauen wissen: Um sich gut zu unterhalten, muss nichts passieren. Oft plaudert es sich dann sogar viel unbeschwerter. Oder sogar tiefgründiger? Auch darüber könnte man bei Gelegenheit übrigens mal reden.

Aber immerhin hat die wissbegierige Mediengruppe RTL, wie alle Sender, bereits eine Lösung gefunden, bevor sie das Problem dazu entdeckte. Denn für diejenigen, die noch fernsehen, bietet das schlechte Programm immer sehr viel Gesprächsstoff.